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Gerhard Schröder kann sich an Mauscheleien bei WestLB nicht erinnen

WestLB-Untersuchungsausschuss : An Mauscheleien kann sich Schröder nicht erinnern

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat im Düsseldorfer Landtag als Zeuge im WestLB-Untersuchungsausschuss Spekulationen über Unregelmäßigkeiten beim Verkauf des Stahlkonzerns Salzgitter zurückgewiesen.

Er sei 1998 als damaliger Ministerpräsident Niedersachsens nicht an der Preisgestaltung beteiligt gewesen, sagte Schröder am Freitag im Zeugenstand. Für ihn sei aber klar gewesen, dass Salzgitter, an dem die WestLB beteiligt war, in Niedersachsen bleiben müsse.

An Gespräche darüber mit dem damaligen WestLB-Chef Friedel Neuber könne er sich aber konkret nicht erinnern, sagte Schröder.

Der Untersuchungsausschuss untersucht, wie es zu den Milliardenverlusten der ehemaligen NRW-Landesbank kommen konnte.

Angeblich soll Schröder 1998 persönlich beim damaligen WestLB-Vorstandsvorsitzenden Friedel Neuber dafür gesorgt haben, dass die Salzgitter AG an das Land Niedersachsen und nicht an eine österreichische Aktiengesellschaft ging.

Derzeit beleuchtet der Untersuchungsausschuss die Entwicklung der WestLB von einer Förder- und Sparkassenzentralbank zu einer internationalen Großbank ab Beginn der 1980er Jahre. Die Untersuchung umfasst auch die Beteiligungen der WestLB, darunter Preussag, von der das Land Niedersachsen den Stahlkonzern Salzgitter gekauft hatte.

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Vor zwei Jahren war die krisengeschüttelte WestLB nach Milliardenverlusten zerschlagen worden; die Abwicklung dauert an. Zu ihren besten Zeiten, 2001, hatte die einst größte deutsche Landesbank konzernweit rund 11 500 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 432 Milliarden Euro.

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(lnw)