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Galeria Karstadt Kaufhof: NRW will Kommunen helfen

Filialschließungen : Karstadt: Land hilft Kommunen

Folgen der Filialschließungen sollen mit 70 Millionen Euro abgemildert werden. Opposition fordert mehr Einsatz der Landesregierung, um Innenstädte attraktiv zu halten.

Angesichts der drohenden Schließungen von Filialen bei Galeria Karstadt Kaufhof hat die Landesregierung den Kommunen Hilfen zugesagt. Über das Corona-Konjunkturprogramm hinaus kündigte NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) 70 Millionen Euro zur Stärkung der Zentren an. „Wir tragen Verantwortung dafür, dass die Wunden in den Innenstädten schneller heilen als bei Hertie“, sagte Scharrenbach im Landtag. Betroffen seien von den Filialschließungen überwiegend Frauen, darunter viele alleinerziehende.

Der Warenhauskonzern hatte in der vergangenen Woche angekündigt, 62 seiner 172 Filialen bundesweit schließen zu wollen. Allein in NRW sollen inklusive vier Karstadt-Sport-Filialen 22 Häuser aufgeben.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) befürchtet Folgewirkungen: „Es besteht die Gefahr, dass auch der umliegende Einzelhandel erhebliche negative Auswirkungen spüren wird und es im ungünstigsten Fall zu einer Abwärtsspirale mit weiteren Schließungen kommen kann“.

Scharrenbach kündigte an, Anfang Juli mit den Bürgermeistern und Oberbürgermeistern der 15 Kommunen zu sprechen, die von Schließungen der Warenhäuser Galeria Karstadt Kaufhof betroffenen sind. Ziel der Gespräche zwischen Land und Kommunen soll es sein, mögliche Nachnutzungen oder andere Lösungen zu entwickeln, um Einzelhandel, Gastronomie und Wohnnutzung zu koordinieren und damit die Innenstädte attraktiv zu halten. Zudem will die Landesregierung nach Informationen unserer Redaktion eine Umfrage bei den Städten und Gemeinden starten. Damit will das Land „Aufschluss über vorhandene Bedarfe in den Kommunen hinsichtlich der Stärkung der Innenstädte“ bekommen.

Ex-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) forderte mehr Einsatz der Landesregierung: „6700 Beschäftigte bekommen den Stuhl vor die Tür gestellt - wo, bitte schön, ist da die Landesregierung?“ Dass es der Kaufhauseigner Signa  vor allem auf die Immobilien in 1a-Lagen abgesehen habe, sei lange absehbar. Aber auch Managementfehler hätten die Probleme verursacht. Das Baugesetzbuch biete viele Möglichkeiten, auf die Entwicklung der Innenstädte Einfluss zu nehmen. Die SPD-Abgeordnete Lisa Kapteinat forderte analog zur Lufthansa auch Hilfen für Galeria Karstadt Kaufhof.

(kib/maxi)