Umstrittene Fracking-Methode: Furcht vor Radioaktivität bei NRW-Gasförderung

Umstrittene Fracking-Methode : Furcht vor Radioaktivität bei NRW-Gasförderung

Ein von der Landesregierung beauftragter unabhängiger Gutachter hat vor den Risiken der Gasförderung durch die Fracking-Methode gewarnt. Der Experte weist auf die Gefahr einer Grundwasserverseuchung hin.

In einem Vortrag vor dem "Arbeitskreis Fracking" über mögliche Umweltauswirkungen wies der Experte besonders auf die Gefahr einer Verschmutzung des Grundwassers durch radioaktive Strahlung hin. Diese sei durch die "Nutzung von kontaminiertem Wasser" möglich, heißt es in dem Thesenpapier des Gutachters. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) will sich zu Schlussfolgerungen äußern, wenn die Studie schriftlich vorliegt.

Felder für Fracking in NRW geplant

Das Gutachten soll die Grundlage für die mögliche Genehmigung des Fracking-Verfahrens in NRW liefern. Die Rohstoffindustrie verspricht sich davon die Erschließung neuer Erdgasvorkommen. Dabei wird mit hohem Druck Flüssigkeit in das Gestein gepresst, um eingeschlossene Gasvorräte herauszulösen.

"Beim Fracking-Verfahren kann Grundwasser mit radioaktiven und anderen giftigen Stoffen in Berührung kommen", sagte ein Sprecher des Wasserversorgers Gelsenwasser. Es sei zu befürchten, dass die Gefahr einer Grundwasserverseuchung bestehe. "Die möglichen Chancen, die sich durch die unkonventionelle Erdgasförderung in NRW ergeben, müssen gründlich gegen die möglichen Schäden abgewogen werden, die dadurch angerichtet werden können", erklärte Wirtz. Das Trinkwasser in NRW dürfe nicht gefährdet werden.

Die Bezirksregierung in Arnsberg hat bereits großflächige "Aufsuchungsfelder" für das Fracking in NRW geplant. In der Landespolitik regt sich jedoch Widerstand gegen die Bohrvorhaben. "Das Fracking birgt Risiken, die uns sorgen", erklärte Wibke Brems, Energieexpertin der Grünen in Landtag. Bei der Gasförderung werde Wasser an die Oberfläche gepumpt, das neben Radioaktivität auch Quecksilber und Arsen enthalten könne. Thomas Kufen, energiepolitischer Sprecher der CDU im Düsseldorfer Landtag, sagte, die wissenschaftlichen Erkenntnisse gäben Anlass zu großer Besorgnis. "Der Schutz des Trinkwassers muss oberste Priorität haben", so der Unionspolitiker.

300 Bohrungen in Deutschland

Die Firma ExxonMobil hat den Antrag auf eine Probebohrung in Nordwalde (Münsterland) gestellt. Das Verfahren sei in Deutschland bereits 300 Mal zum Einsatz gekommen, ohne dass es Umweltschäden gegeben habe, erklärte das Unternehmen.

Unabhängig vom Fracking-Verfahren falle bei der Förderung von Erdgas Lagerstättenwasser an, welches von Natur aus im Untergrund vorhanden sei. Dieses könne zum Teil natürliche schwach radioaktive Stoffe enthalten. Das Wasser sei aber "nicht radioaktiv gemäß Strahlenschutzverordnung", hieß es.

(RP/rm/csi)