Oberstufenreform FDP will Wirtschaft in NRW zum Abifach machen

Düsseldorf · Die Liberalen im Landtag nutzen die Diskussion über eine Reform der Oberstufe, um ein Leib- und Magenthema wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

„Heute Abitur" steht auf einer Tafel im Klassenzimmer eines Gymnasiums.

„Heute Abitur" steht auf einer Tafel im Klassenzimmer eines Gymnasiums.

Foto: dpa/Sina Schuldt

Vor wenigen Tagen kündigte Schulministerin Dorothee Feller (CDU) im Schulausschuss eine Reform der gymnasialen Oberstufe an. Ab dem Abijahr 2029 soll es ein fünftes Abiturfach geben, so der Plan der CDU-Politikerin. Nun nutzt die FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag die anrollende Debatte über eine solche Reform, um ein altes Lieblingsthema wieder stärker in den Fokus zu rücken: das Schulfach Wirtschaft. Dieses war noch unter Schwarz-Gelb zum Schuljahr 2020/21 an allen Schulformen eingeführt worden.

„Unsere Schulen müssen endlich im 21. Jahrhundert ankommen“, sagte Fraktionschef Henning Höne unserer Redaktion. Es könne nicht sein, dass junge Menschen die Schule verließen, ohne zu wissen, wie man eine Steuererklärung mache oder was eine Aktie sei. „Mit unserer neuen Initiative wollen wir das ändern. Finanz- und Wirtschaftswissen ist kein Luxus, sondern grundlegend, um im Leben erfolgreich sein zu können.“

In einem Antrag für das kommende Plenum fordern die Liberalen nun unter anderem, das Schulfach Wirtschaft nach dem Vorbild der beruflichen Gymnasien zukünftig flächendeckend auch als Abiturfach und Leistungskurs in der Oberstufe anzubieten.

Darüber hinaus will die FDP vor allem praxisnahe ökonomische Bildung vermitteln: „Wir müssen den Schulunterricht lebensnah und praxisorientiert gestalten. Die Schülerinnen und Schüler sollen wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und lernen, wie man kluge finanzielle Entscheidungen trifft“, sagt Höne.

Zudem müsse man die Lehrkräfte besser ausbilden und fortbilden, damit sie in der Lage seien, Finanz- und Wirtschaftswissen effektiv zu vermitteln. „Schulbücher müssen realitätsnah und methodisch fundiert sein. Es darf nicht sein, dass ökonomische Bildung in den Schulen ein Schattendasein führt“, sagte der FDP-Fraktionschef.

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