1. NRW
  2. Landespolitik

Eltern in NRW für frühere Weihnachtsferien, "Vorquarantäne" ab 21. Dezember

Zwei Tage früher frei als „Vorquarantäne“ : Eltern für frühere Weihnachtsferien

Das NRW-Schulministerium erwägt, die Schulen schon am 21. Dezember zu schließen. Durch diese „Vorquarantäne“ soll das Risiko für Infektionen für das Weihnachtsfest reduziert werden. Der NRW-Lehrerverband hält die Idee für „Unfug“.

Die Idee einer „Vorquarantäne“ vor den Weihnachtsferien in Nordrhein-Westfalen stößt bei Eltern und Lehrern auf ein geteiltes Echo. Heftige Kritik kam vom Lehrerverband und der SPD-Landtagsfraktion. Elternverbände begrüßen die Idee der vorgezogenen Ferien grundsätzlich, haben aber Bedenken, was die Ausgestaltung angeht.

Das Schulministerium erwägt wegen der Corona-Krise, die Weihnachtsferien vorzuziehen. Die Ferien würden dann schon am 21. Dezember beginnen. Die Idee: Eine solche Maßnahme könnte Zeit für eine „Vorquarantäne“ schaffen, die das Zusammenkommen in Familien für das Weihnachtsfest erleichtern soll. Das Ministerium teilte mit, „sämtliche Vorschläge, auch unkonventionelle“, würden „intensiv diskutiert“. NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte zuvor eingeräumt: „Dass die Zahlen bereits im Oktober derart steigen, damit haben wir nicht gerechnet.“

„Ich bin entsetzt über solche Gedankenspiele“, sagte Andreas Bartsch, Präsident des NRW-Lehrerverbandes. Die Diskussion sei völliger Unfug. Man müsse auf Präsenzunterricht setzen. Mit der Kombination aus Maskenpflicht in den Schulen und Lüftungsfiltern, für die das Land zusätzliche 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hatte, würden die Schulen gut durch den Winter kommen. „Wir wissen sowieso nicht, wo wir in acht Wochen mit der Pandemie stehen.“ Von einem „Vorschlag zur Unzeit“ sprach der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jochen Ott. Ende November müsse man sich die Lage anschauen. Zudem müsse man sich zuerst mit Virologen beratschlagen, ob die zwei Tage etwas brächten.

Die Landeselternschaft der Gymnasien in NRW begrüßte die Idee: „Das wäre die erste nach vorne gerichtete Maßnahme des Schulministeriums seit April.“ Es sei aber zu klären, woher die freien Tage kämen und ob andere Ferien dafür gekürzt würden. Entspannter sieht das der Elternverein NRW: „An den Schultagen vor den Ferien findet erfahrungsgemäß kein ernsthafter Unterricht statt, da sind schon alle in Feststimmung.“