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Kandidaten für den Bundestagswahlkampf 2013: Eine Finanzbeamtin führt die NRW-Piraten an

Kandidaten für den Bundestagswahlkampf 2013 : Eine Finanzbeamtin führt die NRW-Piraten an

Entscheidung bei den NRW-Piraten: Eine Finanzbeamtin aus Marl steht auf Platz eins der Landesliste für die Bundestagswahl. Hinter Melanie Kalkowski folgt ein Düsseldorfer Rechtsanwalt.

Rund 390 Parteimitglieder wählten am Sonntag in Meinerzhagen die Spitzenleute für die Landesliste ihrer Partei. Wer dort auf den oberen Plätzen steht, kann sich bei einem entsprechenden Ergebnis Hoffnungen machen, ein Bundestagsmandat zu bekommen.

Auf den Plätzen hinter Kalkowski liegen der Düsseldorfer Rechtsanwalt Udo Vetter und der Gladbecker Thomas Weijers.

In einem aufwendigen zweitägigen Vorstellungs- und Frage-Marathon hatte die Basis die Bewerber unter die Lupe genommen. Das parteiintern als "Kandidatengrillen" bezeichnete Verfahren dauerte bis zum Sonntagnachmittag. Am Samstag waren in einem ersten Schritt zunächst aus mehr als 80 Kandidaten 42 Bewerber für die Landesliste gewählt worden. Am Sonntag wurden dann die Listenplätze vergeben.

Bei der Versammlung in Meinerzhagen hatte die 35-jährige Kalkowski die meisten Punkte gesammelt. "Die hat einfach Ahnung von Steuer- und Finanzpolitik", sagte ein Mitglied schon im Vorfeld der Abstimmung über die Listenplätze. Außerdem polarisierte sie weniger. Die Mutter von zwei Kindern war von ihrem Erfolg aber selbst überrascht. Sie hatte schon bei der Abstimmung am Samstag die meisten Stimmen bekommen. "Ich war weggeflasht", sagte sie.

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Sollten die Piraten bei der Bundestagswahl mehr als fünf Prozent erreichen, könnten sieben nordrhein-westfälische Piraten in den Bundestag einziehen. Kalkowski will dann den Lobbyismus in der Politik bekämpfen. "Es ist eine Schande, dass Politiker-Bestechung immer noch nicht strafbar ist", sagte sie. Das überraschende Ergebnis zeige, dass bei den Piraten noch echte Wahlen stattfinden.

Vorher war die Spitzenkandidatin nicht in einer Partei aktiv. "Ich wollte das auch nicht", sagte sie. Die Piraten habe sie 2009 zum ersten Mal auf einem Wahlzettel gesehen und dann einen Stammtisch besucht. "Da habe ich gedacht: "Das ist meins!"."

Vetter hat sich im Falle eines Einzuges in den Bundestag den Kampf gegen die Vorratsdatenspeicherung auf die Fahnen geschrieben. "Ich will verhindern, dass die Überwachung der Bürger ausgeweitet wird und die Bürgerrechte weiter ausgehöhlt werden."

Der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Sven Sladek wurde überraschend nur auf Listenplatz 19 gewählt. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Markus Barenhoff landete auf Listenplatz 8. Der Münsteraner Mit-Gründer der Piratenpartei, Jens Seipenbusch wurde auf Listenplatz 4 gewählt.

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(lnw/pst)