Duisburg: NRW-Justiz startet Projekt gegen Clan-Kriminalität

Modell zur Kriminalitätsbekämpfung: NRW startet in Duisburg Projekt gegen Clan-Kriminalität

Die NRW-Landesregierung will mit dem Projekt "Staatsanwälte vor Ort" gezielt gegen kriminelle Clans vorgehen. Das Modell startet zunächst in Duisburg und soll später in weiteren Städten die Strukturen einschlägiger Großfamilien in den Blick nehmen.

"Wir haben es in Duisburg mit 70 relevanten kurdisch-, türkisch- und arabischstämmigen Familien mit mehr als 2800 Personen zu tun", sagte Biesenbach unserer Redaktion. Vor allem deren männliche Mitglieder würden immer wieder auffällig mit Körperverletzung, Raub, Schutzgelderpressung und Drogenkriminalität.

Um diese Familien sollen sich künftig zwei Staatsanwälte intensiv kümmern und dabei mit allen naheliegenden Diensten zusammenarbeiten, also Polizei, Steuerfahndung, Zoll, Arbeitsagenturen und weiteren städtischen Ämtern.

Oftmals seien über einzelne Clanmitglieder viele wichtige Informationen vorhanden, etwa wenn einer mit einem Mercedes der S-Klasse vorfährt, um Hartz IV zu beantragen. Aber für einen eigenen Bericht an die Staatsanwaltschaft reiche es meistens nicht. Das alles sollen die beiden Vor-Ort-Staatsanwälte nun einsammeln und ein klares Bild vom Vorgehen und der Struktur der Clans gewinnen.

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Letztlich geht es auch darum, kriminelle Einnahmen abzuschöpfen. Im vergangenen Jahr seien in NRW bereits 192 Millionen Euro durch Vermögensabschöpfung eingenommen worden, teilte Biesenbach mit.

Das Projekt "Tür an Tür mit den Clans" wird personell beschickt aus den in diesem Jahr genehmigten 1137 zusätzlichen Justizstellen. Da es in die Abteilung Organisierte Kriminalität eingebunden ist, können die beiden Staatsanwälte auch auf Verstärkung zurückgreifen.

(may-)
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