Düsseldorf: NRW-Grüne schielen nach EU-Wahl 2019 auf Bürgermeister-Amt

Großer Erfolg bei der Europawahl : NRW-Grüne nehmen Rathäuser ins Visier

Bislang stellen die Grünen nur zwei Stadtoberhäupter in NRW. Dies könnte sich bald ändern. Die Landeschefin spricht sich sogar konkret für eine Oberbürgermeister-Kandidatur in Düsseldorf aus.

Im westfälischen Telgte regiert Bürgermeister Wolfgang Pieper und im rheinischen Windeck Alexandra Gauß. Die Grüne war gemeinsame Kandidatin von CDU, FDP und Grünen und holte bei der jüngsten Kommunalwahl auf Anhieb die absolute Mehrheit.

Aber wenn sich der grüne Boom bei der Europawahl bis zur nächsten NRW-Kommunalwahl 2020 fortsetzt, dürfte das Land noch etliche weitere grüne Stadtoberhäupter bekommen. Denn vor allem in den Großstädten des Landes stehen die Zeichen derzeit auf „grün“. Gleich in neun der größten NRW-Städte bekamen die Grünen am Wochenende mehr Stimmen als jede andere Partei: Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bochum, Wuppertal, Bielefeld, Bonn, Münster und Aachen.

„Nach dem Ergebnis bei der Europawahl kann ich den Düsseldorfer Grünen nur empfehlen, mit einer eigenständigen OB-Kandidatur für die nächste Kommunalwahl ins Rennen zu gehen“, kündigte NRW-Grünen-Chefin Mona Neubaur am Montag schon einmal an. Heiß gehandelt als möglicher Kandidat wird Stefan Engstfeld, der für die Grünen im Landtag sitzt. Aber auch Fraktionschefin Monika Düker und Neubaur selbst sind für diesen Posten im Gespräch.

Stefan Engstfeld, hier vor der NRW-Landtagswahl 2017, wird als heißer Oberbürgermeister-Kandidat gehandelt. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Darauf festlegen, dass die Grünen auch in allen anderen Großstädten eigene Oberbürgermeister-Kandidaten aufstellen werden, wollen die Grünen sich aber noch nicht. Auch auf die Erarbeitung einer Strategie zur Eroberung der NRW-Rathäuser wollten sie sich am Montag nicht festlegen lassen. Allzu siegesgewiss will man sich bei den Grünen noch nicht geben. Die Partei weiß, dass ihre Zustimmung gerade in NRW traditionell großen Schwankungen unterliegt.

Gleichwohl scheint der Erfolg der Grünen in den NRW-Großstädten inzwischen struktureller Natur zu sein. Besonders oft haben sie nämlich in solchen Großstädten gepunktet, in denen sie bereits kommunale Regierungsmitverantwortung tragen. Wie in Münster, Wuppertal, Bochum, Düsseldorf und in Köln.

Co-Landeschef Felix Banaszak sagte mit Blick auf die kommunale Stichwahl: „CDU und FDP wollten sich mit der Abschaffung der Stichwahl in NRW einen Vorteil verschaffen. Ich glaube nicht, dass der Plan aufgeht.“

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