Analyse zu Wahl in Düsseldorf: Dirk Elbers hat der CDU lange auf der Nase herumgetanzt

Analyse zu Wahl in Düsseldorf : Dirk Elbers hat der CDU lange auf der Nase herumgetanzt

Die nordrhein-westfälische Union hat den gescheiterten Düsseldorfer Oberbürgermeister viel zu lange an der langen Leine gelassen. In Zukunft braucht sie in den Großstädten Kandidaten, die urbanes Lebensgefühl ausstrahlen - und teamfähig sind.

Einen Tag nach der verlorenen OB-Wahl in Düsseldorf hat CDU-Landeschef Armin Laschet den gescheiterten Oberbürgermeister ungewöhnlich scharf attackiert: Dirk Elbers, ein beratungsresistenter Ich-bezogener Mann, der Wahlkampf auf eigene Faust machen wollte, aber damit krachend gescheitert ist.

Laschet sprach auch aus, was in der Partei schon lange bekannt ist: dass es "Versäumnisse über Jahre" gegeben habe. Will sagen: Dirk Elbers wirkte abgehoben, flog erster Klasse und fuhr S-Klasse, doch offenbar hat ihn niemand darauf angesprochen beziehungsweise ansprechen können. Elbers hätte wohl sofort abgeblockt, wie er auch Wochen vor der entscheidenden Stichwahl am Sonntag jede Hilfe des Landesverbandes ausgeschlagen und statt dessen seinen Selbstheilungskräften vertraut hat.

Im Nachhinein wird sonnenklar: Das konnte nicht gutgehen. Hinterher ist man zwar immer schlauer, doch die große Frage ist, ob der Landesverband nicht viel eher die "Notbremse" hätte ziehen und Elbers zur Raison bringen müssen.

Obwohl der Zwei-Meter-Mann auf dem Ticket der CDU von den Bürgern sein Amt gewählt worden war, schien ihm die Partei wenig bedeutsam zu sein. Die CDU-Landesvorsitzenden Rüttgers, Röttgen und auch Laschet haben sich von ihm zu lange auf der Nase tanzen und seine Eigenmächtigkeiten durchgehen lassen. Deshalb tragen sie Mitverantwortung für die herbe Niederlange in der Landeshauptstadt.

Was folgt daraus? Die NRW-CDU muss Kandidaten finden, die nicht nach Gutsherrenart "regieren" wollen, sondern urbanes Lebensgefühl authentisch vermitteln können und teamfähig sind. Besonders wichtig wird die Auslese für die OB-Wahl nächstes Jahr in Köln. Unabhängig davon muss die CDU ihre Rolle in den Großstädten definieren.

Unter Leitung des Landtagspolitikers Thomas Kufen läuft dazu in der Landespartei bereits ein entsprechendes Projekt, das eigentlich vor der Kommunalwahl hätte abgeschlossen werden sollen. Parallel dazu beschäftigt sich Claudia Schulze-Föcking mit der CDU in den ländlichen Regionen. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

(RP)