Digitalisierung: NRW will digitale Nahverkehr-Tickets ausbauen

Digitalisierungsoffensive : Land will digitale Nahverkehr-Tickets ausbauen

Der neue Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) macht erste Fortschritte bei seiner Digitalisierungsoffensive für den öffentlichen Nahverkehr. Die Verkehrsverbünde sollen per App Reisen durch das ganze Land verkaufen. Dazu wurde am Dienstag eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.

Beteiligt waren neben Wüst die Verkehrsverbünde in NRW und eine Reihe an einzelnen Nahverkehrsunternehmen. Die Vereinbarung sieht sehr viel mehr Kooperation zwischen den Unternehmen und neue Angebote per Internet und App vor. Eine Reihe der 30 vereinbarten Projekte ist allerdings noch in der Planungsphase — Wüst muss also Druck machen, damit sie auch wirklich schnell realisiert werden.

Konkret soll ermöglicht werden, über entsprechende regionale Apps der Verkehrsunternehmen Tickets zu verkaufen, die für ganz NRW und sogar deutschlandweit gelten. Vorangetrieben soll auch der sogenannte eTarif, bei dem die Kunden die Fahrt einfach nach der zurückgelegten Strecke bezahlen, anstatt sich vorher auf eine Tarifstufe festzulegen. Wüst sagt grundsätzlich: "Wir wollen die Fahrgäste im ÖPNV nicht nur halten, wir wollen neue dazu gewinnen." Reisewege müssten künftig unabhängig vom Verkehrsmittel gefunden werden, Reiseinfos sollen in Echtzeit aufgerufen werden — und das Smartphone sei dafür ein gutes Hilfsmittel.

Das Verkehrsministerium geht allerdings davon aus, dass noch einige Arbeiten zu leisten sind, bevor Fahrgäste wirklich ohne jedes Problem Fahrten in ganz NRW oder deutschlandweit buchen oder planen können. Dafür sei nämlich eine entsprechend "hohe Datenqualität" nötig. Gemeint ist auch, dass es keine einfache Aufgabe ist, die Rechner Dutzender Verkehrsunternehmen oder auch von Mietwagenfirmen zusammenzuschalten.