Digitale Plattform "Logineo" geht in NRW an den Start

Digitale Plattform „Logineo“ geht an den Start : Endlich Dienst-Mails für NRW-Lehrer

Nach langem Warten geht die digitale Plattform „Logineo“ in Schulen an den Start.

Lehrer in NRW bekommen erstmals flächendeckend eine dienstliche Mail-Adresse. Die dazu erforderliche digitale Plattform „Logineo“ ist nach Angaben des Schulministeriums ab sofort verfügbar. „Das lange Warten hat ein Ende“, sagte Schul-Staatssekretär Mathias Richter. Die Testphase an 20 Schulen sei erfolgreich abgeschlossen. Die Kosten bezifferte Richter auf 5,8 Millionen Euro. In wenigen Monaten sollen auch Schüler angebunden werden.

NRW ist damit eines der ersten Bundesländer, das ein solches Projekt auf den Weg bringt. Mithilfe der Plattform können die 200.000 Lehrer im Land künftig nicht nur sichere dienstliche Mail-Adressen einrichten, sondern auch vertrauliche Dokumente wie Zeugnisse in einem extra gesicherten Datentresor abspeichern. Auch digitale Schulbücher, Kalender und Unterrichtsmaterialien können eingestellt werden. Wegen Problemen mit dem Datenschutz waren Lehrer zuletzt vereinzelt dazu übergegangen, Zeugnisse wieder per Hand zu schreiben.

Der einst von Rot-Grün in Angriff genommene Start von „Logineo“ hatte aufgrund technischer Probleme mehrfach verschoben werden müssen. Schulen können ihren Zugang zu der webbasierten Plattform ab sofort beantragen, auch für eine befristete Zeit. Die Teilnahme ist freiwillig. Geplant sei, rund 140 Schulen pro Monat anzuschließen, 2022 soll der Anmeldeprozess abgeschlossen sein. Zur Unterstützung und für Schulungen stehen 180 Medienberater und zehn Fachkräfte für die Technik zur Verfügung.

Kritik kam vom Verband „Lehrer NRW“: „Das Problem ist und bleibt, dass in den Schulen zu wenig dienstliche Endgeräte zur Verfügung stehen.“ Lehrkräfte, die „Logineo“ nutzen wollten, müssten auf ihre privaten Computer zurückgreifen – und gingen damit ein hohes Haftungsrisiko ein. Staatssekretär Richter betonte, dass den Schulträgern, meist Kommunen, diverse Fördertöpfe zur Verfügung stünden, um die digitale Ausstattung der Schulen – etwa mit Computern – voranzutreiben. Die Mittel müssten aber auch abgerufen werden.

(kib)