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Diakonie fordert mehr kindgerechte Notunterkünfte für Wohnungslose in NRW

Für wohnungslose Familien : Diakonie fordert mehr kindgerechte Notunterkünfte in NRW

Für alleinerziehende Mütter mit Kindern ist es oft schwer, eine kindgerechte Notunterkunft zu finden. In vielen Städten und Kreisen im Land haben Notunterkünfte außerdem nicht rund um die Uhr geöffnet. Das ist vor allem in Fällen häuslicher Gewalt ein Problem.

Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe fordert kindgerechte Notunterkünfte für wohnungslose Familien in allen Städten und Gemeinden. Vor allem Mütter, die mit ihren Kindern vor häuslicher Gewalt fliehen, brauchten ein solches Angebot, erklärte Diakonie-Expertin Heike Moerland am Freitag in Düsseldorf. Eine Umfrage der Diakonie RWL habe ergeben, dass nur 69 Prozent der befragten Kreise und Kommunen rund um die Uhr Zugang zu Notunterkünften für alleinerziehende Frauen anbieten könnten. „Da ist noch deutlich Luft nach oben“, sagte Moerland.

Zu viele Frauen blieben bei gewalttätigen Partnern oder in anderen prekären Wohnsituationen, wenn sie keine Aussicht auf eine gemeinsame Unterbringung mit ihren Kindern hätten, ergänzte Jan Orlt, Diakonie-Referent für Wohnungslosenhilfe. „Es kommt dann zu Eskalationen, die hätten vermieden werden können.“ In NRW haben nach Angaben der Diakonie rund 50.000 Menschen keine Wohnung, davon 11.000 Kinder.

An der Umfrage der Diakonie RWL beteiligten sich den Angaben zufolge 34 Einrichtungen und Dienste der Wohnungslosenhilfe in den Regionen Rheinland, Westfalen und Lippe. „Die Umfrage ist damit nicht repräsentativ, aber wir decken rund 43,4 Prozent aller Kreise und kreisfreien Städte in NRW ab“, erläuterte Orlt. Zur Diakonie RWL gehören 267 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.

(bora/epd)