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Corona NRW: Schulöffnungen ab Montag in NRW sind hochriskant - Kommentar

Wechselmodell trotz dritter Welle : Schulöffnungen in NRW sind hochriskant

Nordrhein-Westfalen schickt die Schüler ab Montag wieder in den Wechselunterricht – trotz hoher Infektionszahlen. Die Entscheidung birgt zu hohe Risiken.

Nun also wieder Wechselunterricht. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) knüpft an das Modell an, das die Schulen schon vor den Osterferien praktizierten. Ein Modell, das mindestens ebenso unbeliebt ist wie der Distanzunterricht. Lehrer, Eltern und Schüler beklagen etwa, dass es dem Homeschooling-Teil der Klasse kaum möglich ist, dem Unterricht per Video zu folgen. Die Tage ohne Präsenz sind daher für das Lernen verloren. Zudem lässt beim Wechselmodell die Planbarkeit sehr zu wünschen übrig. Mal ist der Präsenztag ein Montag, in der darauffolgenden Woche aber dann ein Mittwoch - für berufstätige Eltern ist das eine Herausforderung. Lehrer müssen überdies an einem Schultag oft mehrmals zwischen Schule und Zuhause hin- und herpendeln, um mal vor Ort und mal per Video unterrichten zu können. Denn die Serverkapazitäten reichen in den meisten Schulen nicht aus, um mehrere Videokonferenzen gleichzeitig zu übertragen. Der einzige Ausweg ist dann oft das eigene Wohnzimmer. Viele Lehrer, Eltern und auch Schüler bevorzugen daher inzwischen den reinen Distanzunterricht.

Diese Schwierigkeiten erscheinen aber angesichts der Lage in den Krankenhäusern als Luxusproblem. Die alles entscheidende Frage lautet zurzeit: Können wir es uns in dieser Infektionslage überhaupt leisten, dass täglich in NRW hunderttausende Kinder zur Schule unterwegs sind und in Klassenzimmern aufeinander treffen? In Köln etwa gibt es bereits in mehr als jeder zweiten Schule Infektionsfälle - und kaum noch Betten auf den Intensivstationen. Trotz Masken und Tests.

Ja, das seelische Wohl der Kinder hat in der häuslichen Isolation gelitten. Noch mehr leiden Kinder aber, wenn sie keine gesunden oder gar keine Eltern mehr haben.