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Corona NRW: Armin Laschet verteidigt "Brücken-Lockdown"

„Lage ist dramatisch“ : NRW-Ministerpräsident Laschet verteidigt seinen „Brücken-Lockdown“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat zu entschlossenem Handeln in der Corona-Pandemie aufgerufen. „Die Lage ist dramatisch“, sagte er am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag.

„Besonders die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich von Tag zu Tag weiter zu.“ Deshalb gelte: „Wir müssen jetzt handeln.“ Armin Laschet (CDU) verteidigte seine Idee eines „Brücken-Lockdowns“ vom Osterwochenende. „Man hat die Idee lächerlich gemacht“, sagte er. Hätte man stattdessen den von ihm vorgeschlagenen schnellen harten Lockdown „als Teil einer Brücke zu mehr Perspektiven“ umgesetzt, wäre man heute schon weiter.

In keinem anderen Bundesland wird nach Angaben von Laschet so viel gegen die Ausbreitung des Corona-Virus getestet wie in Nordrhein-Westfalen. Von den 15.000 Teststellen in Deutschland befänden sich 6500 in Nordrhein-Westfalen. „Fast jede zweite Teststelle in Deutschland steht in Nordrhein-Westfalen“, sagte Laschet am Donnerstag im Landtag in Düsseldorf. „Wir können in Nordrhein-Westfalen stolz darauf sein, dass wir so weit vorn sind bei den Teststellen.“ Impfungen seien das schärfste Schwert im Kampf gegen Corona, aber die Testungen seien ein weiterer zentraler Pfeiler.

Laschet sprach sich gegen Alleingänge von Bundesländern beim russischen Impfstoff Sputnik V aus. „Ich sage: nein. Denn wir haben klare Verfahren und klare Regeln“, sagte er. Gerade in dieser Phase sei es wichtig, nicht auf die schnelle Schlagzeile zu gehen, sondern sich an die Verfahren zu halten.

Russland liefere nur mühsam Daten. Dann erfolge die Zulassung durch die EU und dann entscheide die Europäische Kommission, kaufen ja oder nein, so Laschet. Die Tendenz heute sei eher nein. Dann könnten die Gesundheitsminister der Mitgliedstaaten einen jeweiligen möglichen Kauf vereinbaren. „Wenn wir soweit sind, muss die Bundesrepublik Deutschland für alle 16 Länder kaufen und es geht nicht an, dass wir jetzt noch anfangen einen Wettbewerb der einzelnen Bundesländer über einen Impfstoff, der bis zur Minute nicht mal zugelassen ist.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass sich der Freistaat noch vor einer möglichen EU-Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V Millionen Dosen des Mittels sichere. Dabei geht es um einen Vorvertrag mit einer Produktionsfirma im schwäbischen Illertissen. Nach der Zulassung solle der Freistaat 2,5 Millionen Impfdosen erhalten. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich nach Angaben des Landesgesundheitsministers Harry Glawe (CDU) gegenüber Russland eine Option auf eine Million dieser Impfdosen gesichert.

(mba/dpa)