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Corona: Lehrer und Eltern in NRW fürchten Schul-Lockdown

Nach den Herbstferien : Lehrer und Eltern fürchten Lockdown

Regulärer Unterricht sei mit den aktuellen Regeln auf Dauer nicht zu gewährleisten. Die GEW-Landesvorsitzende Finnern fordert, die Lehrpläne den Corona-Bedingungen anzupassen.

Lehrer und Eltern fordern nach dem Ende der Herbstferien ein schlüssiges Konzept, um den Schulbetrieb auf Dauer aufrecht zu erhalten. „Angesichts der steigenden Infektionszahlen wächst auch die Anspannung. Ich höre häufig die Frage: ‚Wie lange geht das noch gut?’“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern unserer Redaktion.  Bildungspolitiker müssten sich jetzt ehrlich machen und eingestehen, dass aktuell schon ein regulärer, konzentrierter Unterricht mit Intervall-Lüften und Maskenpflicht kaum möglich sei: „Wir müssen über eine Anpassung der Lehrpläne sprechen und darüber, welcher Stoff noch zu schaffen ist. Das hier ist kein normales Schuljahr“, sagte Finnern.

Zudem sei es dringend erforderlich, alternative Konzepte auszuarbeiten für den Fall, dass es nicht mehr zu vertreten sei, Unterricht in  Klassenräumen mit 30 Schülern  zu erteilen. „Praktikabel wäre ein wochenweiser Wechsel“, sagte Finnern. Abwechselnd könne dann die eine Hälfte in der Klasse unterrichtet werden, die andere erhalte Aufgaben für zu Hause. Dies entspreche auch den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts ab einer Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte eine Teilung der Klassen und Wechselschichtmodelle bisher abgelehnt, um den Präsenzunterricht so lange und umfassend wie möglich aufrecht zu erhalten. Die Schüler seien nicht Treiber des Infektionsgeschehens. In 98 Prozent der Schulen habe bisher normaler Unterricht stattgefunden.

Die Landesvorsitzende des Elternvereins NRW, Andrea Heck, registriert großen Unmut über die Lüftungsregeln. Eltern äußerten sich empört darüber, dass das Schulkonzept aus Masken und Lüften bestehe. Einiges sei nicht durchdacht: Nach dem Schwimmunterricht dürften  Föhne in manchen Bädern nicht benutzt werden, um keine Aerosole zu verbreiten. Anschließend säßen die Kinder dann mit nassen Haaren bei geöffneten Fenstern im Klassenzimmer. Heck rechnet insgesamt mit mehr Erkrankungen - auch bei Lehrern.