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Corona-Impfung: NRW-Ministerien lehnen eine Pflicht für Lehrer und Erzieher ab

Nach Forderung von Ethikratsmitglied : NRW-Ministerien lehnen Impfpflicht für Lehrer und Erzieher ab

Die NRW-Ministerien für Familien und Bildung haben Forderungen nach einer Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Schulen und Kitas eine Absage erteilt. Ein Mitglied des Deutschen Ethikrats hatte eine solche gefordert.

„Ich bin gegen eine Impfpflicht und lehne sie ausdrücklich ab, denn ich halte sie für den falschen Weg“, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ, Dienstag). Die Impfung ist und bleibe eine individuelle Entscheidung. Auch Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) und der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach äußerten sich ähnlich.

Zuvor hatte der Humangenetiker Kostenpflichtiger Inhalt Wolfram Henn, Mitglied im Deutschen Ethikrat, eine Corona-Impfpflicht für alle Beschäftigten in Schulen und Kitas in einem Gespräch mit unserer Redaktion gefordert. Diese Pädagogen sollten vor allem Kinder unter zwölf Jahren schützen, die keine Impfung bekommen könnten.

Stamp sagte der Zeitung: „Nach allen Berichten von Trägern und aus den Kommunen ist die Impfbereitschaft bei den Beschäftigten der Kindertagesbetreuung sehr groß.“ Gebauer (FDP) pflichtete dem Familienminister bei. Schon früh habe die Landesregierung die Lehrer sowie die Erzieher bei der Impfung priorisiert: „Ich bin sicher, die Lehrerinnen und Lehrer sind sich ihrer verantwortungsvollen Rolle auch ohne eine Impfpflicht sehr bewusst.“

Lauterbach bekräftigte in einem Gespräch mit unserer Redaktion seine Position und sagte, er lehne eine Impfpflicht ab. Eine Impfung gegen COVID-19 müsse die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen sein. „Hier muss und wird die Politik zu ihrem Wort stehen. Das gilt auch für Lehrer und Erzieher.“

(siev/epd)