1. NRW
  2. Landespolitik

Corona: Am Flughafen Düsseldorf wackeln 600 Arbeitsplätze

Airline-Krise führt zu Stellenabbau : Am Flughafen Düsseldorf wackeln 600 Jobs

Der Zusammenbruch des Luftverkehrs in der ganzen Welt hat nun erste Folgen für Arbeitsplätze in der NRW-Hauptstadt. Der Flughafen Düsseldorf will nächstes Jahr Stellen abbauen, nachdem es dieses Jahr Kurzarbeit gibt.

Der Flughafen Düsseldorf will möglicherweise rund 600 der 2400 Arbeitsplätze streichen. Das erklärte die Geschäftsführung in einem internen Video, über das die Gewerkschaft Verdi berichtet. Das Unternehmen erklärt dazu, es gehe in den „kommenden Jahren“ von einem Verkehrsrückgang von „25 bis 30 Prozent“ aus. Damit es keine „dauerhaften Verlusten“ gäbe, müssten nun „Strukturen, Prozesse und personelle Ressourcen“, angepasst werden. „Mögliche Maßnahmen werden in Kürze in den Gremien diskutiert.“ Die Zahl der zur Disposition stehenden Jobs bestätigt das Unternehmen nicht.

Peter Büddicker, Verdi-Fachbereichsleiter Verkehr in NRW, sieht die Pläne kritisch; „Das kommt viel zu früh. Noch weiß niemand, welche Folgen die Corona-Krise dauerhaft für die Luftfahrt und den Airport hat.“ Er meint, die Rolle des Flughafens als Anbieter lebenswichtiger Infrastruktur verbiete Personalabbau. Außerdem müsse die Geschäftsführung prüfen, ob sie extern vergebene Arbeit selbst erledigen lassen könne, bevor sie Stellen streiche. Aktuell hat der Flughafen Kurzarbeit.

Der Airport erklärt auf Anfrage, an seinem vor Jahren gestellten Antrag „unverändert“ festzuhalten, die Kapazität deutlich erhöhen zu dürfen. Denn dabei gehe um „um langfristige Perspektiven“. Der Planungshorizont sei 2030. Außerdem rechnet Flughafenchef Thomas Schnalke damit, dass sich die Zahl der Flüge deutlich schneller erholen wird als die Zahl der Passagiere. Für diesen Fall sei notwendig, in Spitzenzeiten mehr Flüge abwickeln zu können.

Fluglärmkritiker bezeichnen es als „absurd“, am Antrag für höhere Kapazitäten festzuhalten. „Das aufwändige Prüfverfahren sollte nun beendet werden“, sagt Werner Kindsmüller von der Initiative Kaarster gegen Fluglärm. Es sei „unsinnig, über nun völlig veraltete Prognosen noch zu diskutieren.“ Er hält es für falsch, dass ab nächster Woche wieder neue Gutachten zur Flughafenexpansion ausgelegt werden. Das ist Teil des Planfeststellungsverfahrens durch die Landesregierung.

Für die Lufthansa rücken Staatshilfen der Bundesregierung und anderer Länder derweil näher. In Deutschland gehe es um ein Volumen von neun bis zehn Milliarden Euro,so dpa. Die Lufthansa hat angekündigt, rund 10.000 ihrer mehr als 130.000 Stellen in den nächsten Jahren streichen zu wollen.