Nordrhein-Westfalen: Bundesfreiwilligendienst läuft offenbar gut an

Nordrhein-Westfalen : Bundesfreiwilligendienst läuft offenbar gut an

Düsseldorf (RPO). Die Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen sehen den neuen Bundesfreiwilligendienst nach anfänglichen Schwierigkeiten auf einem guten Weg. "Die Organisationen sind zufriedener als noch zu Beginn", sagte der Sprecher der Landeswohlfahrtspflege, Markus Lahrmann.

Verlässliche Angaben über die Zahl der Freiwilligen in NRW gibt es derzeit zwar noch nicht, der Trend sei aber positiv, bestätigte das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln.

Die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) sei "für die Träger sehr mühsam" gewesen, sagte die Sprecherin des Paritätischen NRW, Susanne Meimberg. "Doch inzwischen sind wir auf der Strecke und sehen großes Potenzial in dem neuen Dienst." Insbesondere rechtliche Unsicherheiten hatten Interessierte zu Beginn abgeschreckt. Diese sind aber weitgehend geklärt worden. Etwa das Kindergeld für die "Bufdis" - wie die Freiwilligen auch genannt werden - unter 25 Jahren ist nun zugesagt.

Ausgeglichene Bilanz

So kann der Paritätische NRW inzwischen eine ausgeglichene Bilanz zwischen neuen Freiwilligendienst und dem bereits seit Jahren etablierten Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) melden. Jeweils 600 Freiwillige engagieren sich landesweit in beiden Diensten in den Einrichtungen der Wohlfahrtsorganisation.

Auch der Landesverband Nordrhein des Deutschen Roten Kreuzes ist optimistisch. "Entgegen den Befürchtungen hat sich der Bundesfreiwilligendienst sehr gut entwickelt", sagte Verbandssprecherin Stefanie Schroer. "Auch, wenn noch einige Lücken zu schließen sind." Das Deutsche Rote Kreuz Nordrhein hat in seiner Region aktuell rund 200 BFD- und 600 FSJ-Beschäftigte.

Jahrelang erprobtes Modell

Die Arbeiterwohlfahrt im Bezirksverband Westliches Westfalen hat insgesamt 120 "Bufdis" unter Vertrag. "Wir könnten bis zu 250 Plätze besetzen", sagte AWO-Sprecher Jörg Richard. Zum Vergleich: Das FSJ ist mit insgesamt 270 Plätzen derzeit voll belegt. "Wir gehen aber davon aus, dass es spätestens nach Ende des Schuljahres auch für den Bundesfreiwilligendienst einen größeren Zulauf geben wird."

Die Wohlfahrtsverbände sehen die bessere Nachfrage nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr übereinstimmend vor allem darin begründet, dass es sich um ein jahrelang erprobtes und erfolgreiches Modell handelt. Aus diesem Grund sind auch die Johanniter mit ihren landesweit 79 Mitarbeitern im Bundesfreiwilligendienst gegenüber 150 im Freiwilligen Sozialen Jahr zufrieden. Auch hier wolle man aber weiter um Interessierte für den neuen Freiwilligendienst werben.

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(DAPD/felt)
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