Armin Laschet reist nach Israel

Israel-Reise : Laschet bereitet „NRW-Haus“ in Israel vor

NRW-Ministerpräsident und Parlamentspräsident Kuper besuchen Yad Vashem. Die beiden wichtigsten Politiker des Landes wollen ihre besondere Solidarität mit Israel bekunden.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will eine eigene NRW-Repräsentanz in Israel als Forum für Wirtschaft, Bildung, Forschung und Kultur etablieren. „Wir wollen die Präsenz von NRW deutlich verstärken. Ich möchte in Tel Aviv eine Repräsentanz des Landes eröffnen“, sagte Laschet dem Kölner Stadtanzeiger. Eine vergleichbare Einrichtung Nordrhein-Westfalens gibt es bislang im Ausland nicht.

Der NRW-Ministerpräsident bricht am heutigen Dienstag zu einer dreitägigen Reise nach Israel auf. Am Mittwoch wird er den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu treffen, was in diplomatischen Kreisen als besondere Auszeichnung gilt. In Laschets Umfeld heißt es, man habe in Israel zur Kenntnis genommen, dass der NRW-Ministerpräsident sich in besonderer Weise gegen Antisemitismus einsetze.

So erklärte Laschet soeben noch in der „Bild“: „Wir dulden Rechtsradikalisumus und Antisemitismus nicht, weder den von Rechts, der schon immer da war, noch denjenigen, der durch manche Einwanderergruppen zu uns gekommen ist.“ Nach entsprechender Kritik des Zentralrats der Juden kündigte Laschet an, die Schulbücher auf antisemitische Inhalte überprüfen zu lassen. Außerdem soll NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) die Schulen für Fälle von antisemitischem Mobbing sensibilisieren.

Bereits am gestrigen Montag reiste der Präsident des NRW-Landtages, André Kuper, nach Israel. Er wird gemeinsam mit Laschet die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchen. Kuper wird auch die palästinensischen Gebiete besuchen. „Wir tragen in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen Verantwortung für den Staat Israel“, sagte Kuper. Die Reise fiele in eine Zeit, in der israelkritische und antisemitische Stimmen in Deutschland lauter würden.

Laschet wird in Israel ein Wissenschaftsinstitut besuchen, außerdem das Hauptquartier der israelischen Streitkräfte und einen Luftfahrtkonzern. Dabei informiert er sich über die zivile Anwendung militärischer Forschung etwa bei der Prävention von Cyberattacken radikaler Islamisten.

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