Armin Laschet rechnet mit Dirk Elbers ab

Laschet rechnet mit Elbers ab

CDU-Landeschef wirft gescheitertem Düsseldorfer OB Ich-Bezogenheit vor.

(hüw/kes/may) CDU-Landeschef Armin Laschet hat dem am Sonntag gescheiterten Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers vorgeworfen, eigenmächtig Wahlkampf geführt und jede Unterstützung durch die Landespartei ausgeschlagen zu haben. Elbers habe "keine Bereitschaft zum Dialog" erkennen lassen und auf Anrufe nicht reagiert.

Laschet räumte ein, dass es "Versäumnisse über Jahre" gegeben habe. In Zukunft werde es die Landespartei nicht mehr zulassen, "dass ein Oberbürgermeister solche Dinge als Privatsache ansieht. Ein Wahlkampf, der nur auf eine ich-bezogene Person gestützt wird, hat keinen Erfolg mehr". Mit Blick vor allem auf die OB-Wahl 2015 in Köln sagte Laschet, es gelte jetzt, Kandidaten zu finden, "die ein Wir-Gefühl ausstrahlen und deren erstes Wort nicht ,ich' ist". Laschet sagte, dass die CDU im Falle eines Sieges bei der Landtagswahl 2017 an der Stichwahl festhalten werde.

Der designierte Schatzmeister der NRW-CDU, Philipp Mißfelder, warnte unterdessen vor einer einseitigen Schuldzuweisung an Elbers. "Seine Niederlage ist schon schlimm genug für ihn." Mißfelder sieht auch keine generelle Großstadtschwäche seiner Partei. "Wir dürfen jetzt keine reine Großstadtdebatte führen." Zu einer anderen Einschätzung gelangt Günter Krings, CDU-Innenstaatssekretär aus Mönchengladbach. Das Düsseldorfer Ergebnis belege, "dass wir uns stärker um die großen Städte kümmern müssen". Der Wahlkampf in Mönchengladbach habe gezeigt, dass dies "durchaus über bürgerliche und konservative Themen wie zum Beispiel Sauberkeit und Sicherheit" gehe. Peter Hintze, Chef der NRW-Landesgruppe der CDU im Bundestag, sagte: "Der Verlust von Düsseldorf ist bitter. Die Siege in Mönchengladbach und Moers sind wunderbar."

(RP)