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Armin Laschet: Lachen in Erftstadt "unpassend" - Ministerpräsident entschuldigt sich für Lach-Auftritt

Kritik am CDU-Chef : Laschet entschuldigt sich für Lach-Auftritt in Erftstadt

In den sozialen Medien kursiert ein Video, das einen lachenden Ministerpräsidenten Armin Laschet beim Besuch im vom Unwetter heimgesuchten Erftstadt zeigt. Das hat bei der SPD für empörte Reaktionen gesorgt. Am Abend reagierte der CDU-Chef.

"Ich bin wirklich sprachlos", schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Samstagnachmittag auf Twitter und verlinkte auf ein in den Online-Netzwerken kursierendes Video. Darin lacht Laschet im Hintergrund zusammen mit Umstehenden, während ein sichtlich betroffener Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Betroffenen in der Katastrophenregion Solidarität und Hilfe verspricht. Allerdings zeigt das Video nur einen kleinen Ausschnitt, etwa 20 Sekunden. Zuvor stand der Ministerpräsident lange mit ernster Miene hinter Steinmeier.

SPD-Vizechef Kevin Kühnert schrieb auf Twitter: "eine Frage des Charakters". Aber nicht nur die SPD echauffiert sich über das Verhalten Laschets. In den sozialen Medien ist die Empörung auch aus anderen Lagern zu hören. Der Pianist Igor Levit kritisierte „würdeloses Verhalten“. Der frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, sprach von „Pietätlosigkeit“ gegenüber den Opfern.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="und" dir="ltr">aha. <a href="https://t.co/XA6rC3uXII">pic.twitter.com/XA6rC3uXII</a></p>&mdash; toto (@josefheynckes) <a href="https://twitter.com/josefheynckes/status/1416401177680531456?ref_src=twsrc%5Etfw">July 17, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Kritik kommt auch von der FDP. Fraktions-Vize Michael Theurer sagte der „Bild am Sonntag“: „Rheinische Frohnatur in Ehren, aber während der Bundespräsident der Opfer gedenkt herumzualbern ohne Maske, wird dem Ernst der Lage nicht gerecht.“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Ich danke dem Bundespräsidenten für seinen Besuch. Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben. Umso mehr bedauere ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist. Dies war unpassend und es tut mir leid.</p>&mdash; Armin Laschet (@ArminLaschet) <a href="https://twitter.com/ArminLaschet/status/1416449185172369411?ref_src=twsrc%5Etfw">July 17, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Im Netz wurde allerdings auch darauf verwiesen, dass auch Steinmeier gelacht habe.

Laschet selbst reagierte am Abend auf Twitter und entschuldigte sich. "Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben", schrieb der Kanzlerkandidat der Union. "Umso mehr bedauere ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist. Dies war unpassend und es tut mir leid."

Steinmeier und Laschet, der sich für die Union um die Kanzlerschaft bewirbt, hatten sich zuvor gemeinsam ein Bild von der Lage im schwer getroffenen Ort Erftstadt gemacht. Beide dankten dort den Einsatzkräften. Laschet versprach, das Land Nordrhein-Westfalen werde "alles dafür tun", um Direkthilfe für die Betroffenen zu organisieren.

Kostenpflichtiger Inhalt In Erftstadt hatte die über die Ufer getretene Erft zahlreiche Häuser unterspült und zum Einsturz gebracht; bei Erdrutschen stürzten mehrere Häuser und Teile einer historischen Burg ein. Besonders stark betroffen ist der Stadtteil Blessem.

(felt/AFP)