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Duisburg: Anti-Atom-Bündnis stört Grünen-Parteitag

Duisburg : Anti-Atom-Bündnis stört Grünen-Parteitag

Die Wahl eines neuen Landesvorstands wurde durch den Einzug von Duisburger Atomkraftgegnern unterbrochen. Das Bündnis wirft den Grünen vor, nicht energisch genug gegen eine Verarbeitungsanlage von Atommüll in Duisburg vorzugehen. Rund zwanzig Vertreter des Anti-Atom-Bündnisses Niederrhein zogen zum Teil verkleidet und mit Anti-Atom-Fahnen in die Duisburger Mercatorhalle ein. Die Grünen unterbrachen die Sitzung und überließen den Aktivisten das Saalmikrofon.

Die Wahl eines neuen Landesvorstands wurde durch den Einzug von Duisburger Atomkraftgegnern unterbrochen. Das Bündnis wirft den Grünen vor, nicht energisch genug gegen eine Verarbeitungsanlage von Atommüll in Duisburg vorzugehen.

Rund zwanzig Vertreter des Anti-Atom-Bündnisses Niederrhein zogen zum Teil verkleidet und mit Anti-Atom-Fahnen in die Duisburger Mercatorhalle ein. Die Grünen unterbrachen die Sitzung und überließen den Aktivisten das Saalmikrofon.

Ein Sprecher des Bündnisses warf den Grünen vor, ihre Regierungspräsidentin Anne Lütkes habe eine Genehmigung für den Umbau der Anlage erteilt. Dabei sei nicht mit offenen Karten gespielt worden. Monika Düker, Parteivorsitzende der Grünen, bedankte sich für die kritische Intervention. Schließlich einigte sie sich vor dem Saal mit den Aktivisten auf ein Treffen mit den Fachpolitikern der Grünen, bei dem offene Fragen geklärt werden sollen. In der umstríttenen Fabrik, die in einem Duisburger Wohngebiet liegt, wird schwach- und mittelradioaktiver Atommüll zerteilt und umgepackt.

Düker wies in ihrer Bewerbungsrede auf die Bedeutung der drei anstehenden Wahlkämpfe in den nächsten zwei Jahren hin. Die Düsseldorferin konnte ihr Ergebnis von 2010 um mehr als 20 Prozent - auf 81,43 Prozent - steigern.

Vor zwei Jahren war massive Kritik an Dükers Doppelfunktion als Landtagsabgeordnete und Parteivorsitzende geübt worden. Auch Sven Lehmann, ebenfalls Landesvorsitzender der Grünen, konnte sein Ergebnis verbessern. Der Kölner erzielte 90,98 Prozent (2010: 88,4). Lehmann kündigte an, auch in den kommenden Wahlkämpfen müssten sich die Grünen mit den Piraten auseinandersetzen. Inhaltlich könnten die Piraten den Grünen nicht "das Wasser reichen".

Es sei aber geschichtsvergessen, mit der Piratenpartei so umzugehen wie der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) einst mit den Grünen umgegangen sei. "Ich möchte, dass wir Grünen entspannt und attraktiv bleiben", sagte Lehmann. Spekulationen über eine mögliche Bundestagskandidatur wies er zurück: "Das gute ist Ergebnis sehe ich als Auftrag dafür, mich auf die Parteiarbeit in NRW zu konzentrieren", erklärte der Landesvorsitzende.

(RP/felt/csr)