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Anrainerländer wollen den Rhein vertiefen

Trockenheit : Anrainer-Bundesländer wollen den Rhein vertiefen

Niedrigwasser 2018 am Rhein: so tief sinkt der Pegel in Emmerich und Duisburg

Die vier am Rhein gelegenen Bundesländer und die FDP-Fraktion im Bundestag fordern eine Vertiefung des Flusses, damit Binnenschiffe auch bei Trockenheit Güter transportieren können. „Der niedrige Pegelstand in Emmerich belegt, dass die Maßnahme bereits überfällig ist“, sagte Bernd Reuther, FDP-Bundestagsabgeordneter vom Niederrhein, unserer Redaktion.

Im Haushalt würden die Investitionen hochgefahren, aber in der Binnenschifffahrt komme davon wenig an. Die FDP-Fraktion fordert, Haushaltsmittel von 40 Millionen Euro für diesen Verkehrsweg freizugeben. Bisher allerdings ohne Erfolg: Der entsprechende FDP-Antrag scheiterte im Verkehrsausschuss.

Auf dem Rhein verschärft sich die Situation von Tag zu Tag. Im Laufe der Woche werden die Wasserstände zwischen Bonn und Emmerich überall Rekordtiefstwerte erreicht haben, stellte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein am Donnerstag fest. „Die Pegel des Rheins in NRW sind oder werden in der laufenden Woche unter die bisher niedrigsten gemessenen Pegelstände fallen“, sagte der Hydrologe des Amtes, Jan Böhme.  In Emmerich erreichte der Pegelstand demnach einen neuen Rekordtiefstwert von 19 Zentimetern. Der Pegelstand dort werde in den nächsten zwei bis vier Tagen nach Berechnungen um weitere zehn Zentimeter fallen.

Unterstützung hat die FDP von  Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und NRW. Parteiübergreifend finden sich Befürworter: Eine garantierte Fahrrinnentiefe am Mittelrhein von 2,10 Metern sowie eine Optimierung am Niederrhein seien notwendig, um mehr Transporte auf das umweltfreundliche Binnenschiff zu verlagern, sagte Hessens grüner Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Der Güterverkehr nehme stetig zu, die auf dem Rhein transportierte Fracht jedoch stagniere: „Wenn der wechselnde Wasserstand und einige wenige Engstellen und Untiefen der Grund sind, dass diese wichtige Verkehrsachse nicht mehr Kapazität aufnehmen kann, müssen wir etwas ändern“, so Al-Wazir. Sein rheinland-pfälzischer Amtskollege Volker Wissing (FDP) zählte die Vertiefung zu den dringlichsten Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan 2030. „Es hat einen überragenden Nutzen-Kosten-Faktor von mehr als 30 und ist damit volkswirtschaftlich von außerordentlichem Interesse.“ Die Fahrrinnentiefe entscheidet darüber, wie viele Güter die Schiffe laden können. Bisher ist sie nur bis 1,90 Meter garantiert.

(kib)