IT-Probleme in 2023 Nach Abi-Panne – klappt in diesem Jahr alles?

Düsseldorf · In diesem Jahr soll beim Abitur in NRW nichts mehr schiefgehen. Dafür habe man das IT-System „intensiv und kontinuierlich“ getestet, sagt das NRW-Schulministerium. Tatsächlich gab es aber noch Fehler auszumerzen.

 Ab dem 16. April beginnen die schriftlichen Prüfungen (Symbolbild).

Ab dem 16. April beginnen die schriftlichen Prüfungen (Symbolbild).

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Nach den Osterferien wird es ernst für über 81.000 junge Menschen in NRW. Eine Woche haben sie dann noch für einen intensiven Endspurt beim Lernen Zeit, ab dem 16. April werden dann die Abiturklausuren geschrieben – wenn denn diesmal alles klappt. Aus dem Bildungsministerium von Dorothee Feller (CDU) hieß es, man treffe alle erforderlichen Vorkehrungen dafür. Nach der Panne beim Download der Prüfungsaufgaben im vergangenen Jahr sei das Verfahren technisch angepasst worden. Und man habe die Sicherheit und Belastbarkeit des gesamten IT-Systems „intensiv und kontinuierlich getestet“.

So wurde das IT-System getestet

Unter anderem sei das Abrufen von Aufgaben über mehrere Wochen mit rund 2000 Schulen geprobt worden, an denen es zentrale Prüfungen gibt. Es waren also auch weiterführende Schulen beteiligt, die junge Menschen zum mittleren Schulabschluss führen. Unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen wie beispielsweise eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Zugriff seien in verschiedenen Varianten ausprobiert worden, „um sichere Prüfungsverfahren im Sinne der Schülerinnen und Schüler vorzubereiten und gleichzeitig für die Schulen eine gute Praxistauglichkeit zu gewährleisten“.

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Das Fazit des Landes – klappt dieses Mal alles?

Es seien keine Probleme aufgetreten, die einer Nutzung des Systems in diesem Frühjahr entgegenstünden. Das heißt allerdings nicht, dass man nicht noch Mängel zu beheben hatte. So habe es eine Testreihe gegeben, bei der etwa 100 teilnehmende Schulen notwendige Mails nicht rechtzeitig bekamen. Man habe den Fehler gefunden und behoben – danach habe das Verfahren funktioniert, erklärte ein Sprecher. Schulen meldeten außerdem technische Schwierigkeiten beim Herunterladen bestimmter Excel-Dateien. Er selbst habe das Bildungsministerium darüber informiert, sagte der Präsident des Lehrerverbandes NRW, Andreas Bartsch.

Was der Präsident des Lehrerverbandes jetzt fordert

Bartsch plädiert dafür, es mit den bisherigen Tests noch nicht bewenden zu lassen. „Man sollte noch mal einen Probelauf mit allen Schulen unternehmen, damit man eine hundertprozentige Absicherung hat“, sagte er. Wobei er davon ausgehe, dass das Land wirklich alles unternehme, um ein Fiasko wie 2023 zu vermeiden. „Ich glaube, dass man daraus gelernt hat und sich diesmal wirklich vollständig absichern wird, damit es glatt läuft.“

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Rückblick: Das funktionierte in 2023 beim Abitur in NRW nicht

Zum Auftakt der Abiturklausuren im vergangenen Frühjahr konnten Schulen Prüfungsmaterialien wegen technischer Probleme nicht vom Landesserver herunterladen. Deshalb mussten die ersten Prüfungen ganz kurzfristig verschoben werden. Der Vorgang löste große Empörung aus. Jetzt sollen die Aufgaben schon drei Schultage vor dem Klausurtermin bereitgestellt werden: Sollten erneut irgendwelche Störungen auftreten, hätte man damit mehr Zeit zu reagieren.

So viele Schüler machen in diesem Jahr in NRW Abitur

Rund 73.000 Schülerinnen und Schüler wollen in den nächsten Monaten an knapp 1000 Gymnasien, Gesamtschulen, Weiterbildungskollegs und Waldorfschulen das Abitur ablegen. Fast 8200 Prüflinge gibt es an den mehr als 230 Berufskollegs im Land.

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