Neues Maßnahmenpaket: 45 Prozent der Tiere und Pflanzen in NRW bedroht

Neues Maßnahmenpaket : 45 Prozent der Tiere und Pflanzen in NRW bedroht

In NRW sind inzwischen knapp 45 Prozent der heimischen Tiere, Pilze und Pflanzen gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ganz verschwunden. Das Land hat nun ein neues Maßnahmenpaket zum Erhalt der Artenvielfalt vorgelegt.

Das Land Nordrhein-Westfalen will seinen Naturschutz ausbauen: Ein umfangreiches Maßnahmenpaket soll den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräumen für das nächste Jahrzehnt sichern helfen. "Das wilde NRW ist bedroht", sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) bei der Vorstellung eines Entwurfs für eine Strategie zum Erhalt der sogenannten Biodiversität am Mittwoch in Düsseldorf.

Zu den vom Landeskabinett vorgesehenen rund 150 Maßnahmen gehören Schutzprogramme für besonders gefährdete Arten, die Halbierung des täglichen Flächenverbrauchs bis 2020 von derzeit zehn auf fünf Hektar und die Wiederherstellung naturnaher Agrarlandschaften. Auch die Ausweisung eines zweiten Nationalparks im Gebiet der Senne in Ostwestfalen-Lippe wird angepeilt. Einen ersten Nationalpark besitzt NRW seit zehn Jahren in der Eifel.

Der Begriff Biodiversität umfasst die Vielzahl von Arten, deren Genen und von Lebensräumen. "Der Verlust an biologischer Vielfalt ist neben dem Klimawandel eine unserer zentralen Herausforderungen", machte Remmel deutlich. Das neue Maßnahmenpaket solle dazu beitragen, in den nächsten Jahren den weiter voranschreitenden Artenverlust zu stoppen und die biologische Vielfalt wieder zu erhöhen.

Laut Umweltministerium sind inzwischen knapp 45 Prozent der in NRW heimischen Tiere, Pilze und Pflanzen gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ganz verschwunden. Der Lebensraum Grünland schrumpfte seit 1970 durch Bebauung, Zersiedelung und Landwirtschaft um mehr als 40 Prozent. "Wenn wir den Verlust der Artenvielfalt begrenzen wollen, müssen wir für intakte Ökosystem sorgen", betonte Remmel.

Der Entwurf zur Biodiversitätsstrategie geht nun in die Anhörung mit Naturschutz-, Waldbauern- und Jagdverbänden sowie mit Städten und Gemeinden. Voraussichtlich Ende des Jahres will das Kabinett die Strategie beschließen.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (Bund) begrüßte den Entwurf. Ergänzend müsse die Vergabe öffentlicher Fördergelder künftig in allen Bereichen an das Erreichen von Biodiversitätsstandards gebunden werden, forderte dessen NRW-Landesverband.

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(lnw)