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14.700 ukrainische Kinder an NRW-Schulen - Lehrermangel ist größtes Problem

Flucht vor dem Krieg : 14.700 Kinder aus der Ukraine an Schulen in NRW – Lehrermangel ist größtes Problem

Nach dem Eindruck des Lehrerverbandes NRW ist das Reservoir der pensionierten oder noch im Studium befindlichen Kräfte, die an den Schulen einspringen können, langsam erschöpft. Unterdessen steigt die Zahl der geflüchteten Kinder und Jugendlichen rasant.

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen haben bis zum Stichtag 27. April, Mittwoch vergangener Woche, 14.700 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine aufgenommen. Damit zeigt sich eine rasante Entwicklung. In der Woche vor den Osterferien, am 6. April, waren es noch rund 8750 Schülerinnen und Schüler gewesen.

Gut 6870 Kinder werden in Grundschulen unterrichtet. An zweiter und dritter Stelle liegen bei den Aufnahmen die Gymnasien, die sich um mehr als 2700 junge Geflüchtete kümmern, und die Gesamtschulen mit fast 1900 Neuankömmlingen. Die übrigen Mädchen und Jungen verteilen sich auf Realschulen, Berufskollegs, Sekundar- und Hauptschulen, Weiterbildungskollegs und Förderschulen. Die landesweite Verteilung sei gleichmäßig, meldet das NRW-Schulministerium. Man bereite derzeit ein Angebot des Unterrichts in ukrainischer Sprache vor.

Das nach wie vor größte Problem für die Organisation des Schulalltags ist der Mangel an Lehrkräften. „Da müssen wir noch ein bisschen Gas geben“, sagte Andreas Bartsch, Präsident des Lehrerverbands NRW, unserer Zeitung. „Wir haben den Eindruck, dass bei den Pensionären, die zurückkommen, und den Referendarinnen und Referendaren, die bereit stehen, so langsam die Grenze erreicht ist.“ Das Land versucht wie berichtet auf verschiedenen Wegen, Personal aufzustocken. Unter anderem wird Lehrerinnen und Lehrern im Ruhestand angeboten, noch mal in den Unterricht einzusteigen, und angehende Lehrkräfte dürfen mehr Unterricht geben als im Studium generell vorgesehen.

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Abgepuffert wird das Problem laut Bartsch zum Teil durch ehrenamtliches Engagement. „Es gibt viele Initiativen, auch von ukrainischen Lehrerinnen und Lehrern, die noch gar nicht eingestellt sind und trotzdem in der Betreuung schon Deutsch als Fremdsprache vermitteln.“ Zudem erweise es sich als großer Vorteil, dass ukrainische Kinder schon in der Grundschule intensiv Englisch lernen. Darüber lasse sich häufig der Einstieg zur Verständigung finden. Insgesamt gebe es an den Schulen „enorme Aktivitäten mit Kopf und Herz“. auch die Kooperation mit den Integrationszentren laufe gut. In diesen Anlaufstellen werden Familien unter anderem zum Schulbesuch beraten.