Düsseldorf: Land prüft Umbau des Regierungsviertels

Düsseldorf: Land prüft Umbau des Regierungsviertels

Im Düsseldorfer Regierungsviertel werden demnächst Umzugswagen rollen. Ab Ende 2012 will das Land das frühere Mannesmann-Hochhaus am Düsseldorfer Rheinufer nutzen, in dem derzeit noch einige Abteilungen des Mobilfunkanbieters Vodafone untergebracht sind. Ein Sprecher des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW erklärte gestern, dass derzeit ein Nutzungskonzept für das Mannesmann-Hochhaus erarbeitet wird. Das Land soll Vodafone für das Mannesmann-Hochhaus und zwei Nebengebäude rund 200 Millionen Euro gezahlt haben.

Als wahrscheinlich gilt, dass die 850 Mitarbeiter des Innenministeriums in den Mannesmann-Bau ziehen. Sie sind derzeit in einem asbestbelasteten Gebäude aus den frühen 80er Jahren unterbracht, das dem Land gehört. Sollte das Haus an der Haroldstraße abgerissen werden, könnte das Land das Grundstück in Toplage an einen Investor verkaufen. Experten sind sich sicher, dass dies einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kasse spülen würde.

Schon der frühere NRW-Bauminister Michael Vesper (Grüne) hatte den Plan, das Düsseldorfer Regierungsviertel umzubauen. Die Ministerien sind über die ganze Stadt verteilt und zahlen zum Teil hohe Mieten. So ist das NRW-Umweltministerium im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf untergebracht. Vesper wollte das Haus, das früher von seiner Parteifreundin Bärbel Höhn geleitet wurde, in einem hundert Meter hohen Büro-Turm in Landtagsnähe einquartieren. Die Pläne für den "Höhn-Tower" wurden jedoch nicht realisiert.

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Nachdem Rot-Grün im Jahr 2005 abgewählt wurde, verschwanden die Konzepte für einen Ausbau des Regierungsviertels komplett in der Schublade. Mit dem Auszug von Vodafone kommt nun wieder Bewegung in die Diskussion. "Der Ball liegt im Feld der Stadt Düsseldorf, denn sie hat die Planungshoheit", sagt Lutz Lienenkämper, Vizechef der CDU im Düsseldorfer Landtag. Wenn sich eine stadtplanerisch attraktive "große Lösung" rechne, werde sich die Union sicher nicht verschließen, sagte der frühere Verkehrsminister.

Martin Börschel, Finanzexperte der SPD-Fraktion im Landtag, forderte eine ergebnisoffene Prüfung der Neubaupläne. Die Idee, Regierungsfunktionen zu konzentrieren, sei "hochspannend", sagte Börschel. "Kurze Wege sind auch in Zeiten hochmoderner Kommunikationsmittel für die Effizienz von Verwaltungshandeln ein klarer Vorteil", sagte der Politiker.

(RP)
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