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Tanzhauschefin Bettina Masuch verlässt Düsseldorf

Zur Sasison 22/23 : Tanzhaus-Chefin Bettina Masuch verlässt Düsseldorf

Bettina Masuch wird Leiterin des Festspielhauses St. Pölten. Zuletzt war Masuch in die Kritik geraten. Ihr Vertrag in Düsseldorf läuft noch bis zum 30. Juni 2022.

(kus) Das Tanzhaus muss sich eine neue Intendantin suchen. Wie jetzt bekannt wurde, geht Bettina Masuch nach Österreich und übernimmt zur Spielzeit 2022/23 die Leitung des Festspielhauses St. Pölten. Masuch hatte sich gegen 47 Bewerber durchgesetzt. Ihre neue Aufgabe wird sie für zunächst vier Spielzeiten wahrnehmen. Masuchs Vertrag in Düsseldorf endet zum 30. Juni 2022.

„Ich freue mich mit Bettina Masuch, dass es ihr gelungen ist, direkt im Anschluss eine Berufung als künstlerische Leiterin des Festspielhauses St. Pölten zu erhalten“, sagt Johannes Kurschildgen, Vorstandvorsitzender des Tanzhaus-Trägervereins. Masuchs Nachfolge werde baldmöglichst durch eine Kommission bestimmt, in der neben dem Verein, der Stadt und dem Land NRW auch internationale Tanzexperten vertreten sein werden.

 Masuch ist seit 2014 Intendantin des Tanzhauses. In den Vergangenheit gab es jedoch zunehmend Konflikte mit dem Vorstand des Vereins, der die Geschicke des Tanzhauses lenkt. Masuch soll zum Teil dessen Beschlüsse ignoriert haben. Zudem hatte sich die Stimmung am Haus verschlechtert. Tanzdozenten und einzelne Mitarbeiter hatten den Führungsstil der Intendantin kritisiert und über mangelnden Respekt geklagt. Daher hatte der Vorstand Ende vergangenen Jahres entschieden, die Zusammenarbeit mit Masuch nicht fortzusetzen. Ihr Vertrag wäre am 31. Dezember 2020 formal ausgelaufen. Auf Druck von Stadt und Land, die das Tanzhaus NRW mit erheblichen Summen subventionieren, musste der Vorstand zurückrudern und stimmte schließlich einer Amtsverlängerung bis Sommer 2022 zu.

 Für Masuchs Nachfolger oder Nachfolgerin steht bei Intendanz-Start ein großes Bauprojekt an: Ab Mitte 2022 wird, Stand heute, das Tanzhaus erweitert und saniert. Die Gesamtkosten betragen rund 18,5 Millionen Euro.