1. NRW
  2. Kultur

Synode der evangelischenKirche im Rheinland nimmt Seelsorge in Fokus

Evangelische Kirche im Rheinland : Synode nimmt Seelsorge in Fokus

Das evangelische Kirchenparlament tagt seit Sonntag in einer Online-Konferenz. Auch der Haushalt wird bei den Beratungen eine Rolle spielen.

„Seelsorge ist die Kernaufgabe von uns als Kirche – in allem, was wir tun“, sagte Thorsten Latzel im Eröffnungsgottesdienst. Die Kirche habe damit Teil an einer „doppelten Suche“: Der Suche „Gottes, der die Seele sucht, und der Seele, die Gott sucht“. Die Rollen dabei könnten wechseln: „Mal bin ich Hirtin, mal Schaf, mal Herde“, sagte Latzel: „Mal bin ich verloren, mal kümmere ich mich um andere, oder biete einfach nur meine Gemeinschaft.“ Wichtig sei der Kirche, niemanden zurückzulassen und verloren zu geben. Latzel forderte zudem zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und Pflanzen auf. „Mehr als 100 Tier- und Pflanzenarten sterben jeden Tag aus; als Kollateralschäden unserer Lebensweise“, sagte der Präses: „Wir haben vielfach den Kontakt zu unseren Mitgeschöpfen und damit auch zu uns selbst verloren.“

Auf ihrer Tagung, die noch bis zum Donnerstag dauert, wird die Landessynode ferner den Haushalt der Landeskirche für das Jahr 2022 beschließen. Weitere Anträge widmen sich dem Flüchtlingsschutz an den EU-Außengrenzen und der Klimaneu­tralität der Landeskirche: Die Rheinische Kirche will laut einer Vorlage der Kirchenleitung bis spätestens 2035 klimaneutral werden. Dazu sollen die Kirchenkreise fünf Prozent ihres Netto-Kirchensteueraufkommens einer neuen Pflichtrücklage zuführen, die etwa für energetische Sanierungen verwandt werden soll. Zudem sollen überschüssige Gebäude „verwertet“ werden.

  • Annette Zerbe ist die neue Seelsorgerin
    Seelsorge in Düsseldorf : Verstärkung für die Klinikseelsorge
  • In der Christuskirche werden wieder Präsenzgottesdienste
    Kirche : Evangelische Gemeinde feiert wieder Gottesdienste
  • Ein Foto aus dem Jahr 2017:
    7 Fakten : Hildens Reformationskirche war früher weiß

Entschieden werden soll am Donnerstag zudem eine wichtige Personalie: Die langjährige Ökumene-Expertin der Rheinischen Kirche, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, tritt zum 1. September in den Ruhestand. Um ihre Nachfolge bewerben sich vier Kandidatinnen und Kandidaten, darunter die Bonner Schulpfarrerin Wibke Janssen und Thomas-Markus Schaefer, stellvertretender Leiter der Abteilung Theologie und Ökumene im Landes­kirchenamt.

Bereits am Eröffnungstag der Synode kam es zu einer kurzen Debatte über die Zukunft des Meditations- und Einkehrzentrums „Haus der Stille“ in Rengsdorf bei Neuwied. Das von jährlich etwa 3700 Übernachtungsgästen in Anspruch genommene Gruppenhaus arbeitet defizitär, schon seit Jahren versucht die Landeskirche, die Verluste zu senken. Der Leiter des Dezernats Gemeinde im Landeskirchenamt, Jürgen Sohn, kündigte an, den eingeschlagenen Kurs fortsetzen zu wollen.