Setbesuch beim Dreh von "Geborgtes Weiß" mit Ulrich Matthes

Kinostart im Herbst 2020 : Ulrich Matthes dreht in Hubbelrath

„Geborgtes Weiß“ heißt die Kinoproduktion, die derzeit in Arbeit ist. Ein liberales Paar wird darin auf die Probe gestellt.

Seit Anfang des Jahres ist Ulrich Matthes, der bereits am Düsseldorfer Schauspielhaus spielte und für Rollen wie die des Joseph Goebbels in „Der Untergang“ bekannt ist, Präsident der Filmakademie. Der Film in Deutschland müsse politischer werden, das ist eines seiner wesentlichsten Anliegen, für die er sich in seiner Amtszeit einsetzen will. Aktuell steht er mit Susanne Wolff für den Kinofilm „Geborgtes Weiss“ vor der Kamera. Gedreht wird in Königswinter, Köln, dem Hohen Venn – und in Düsseldorf. Susanne Wolff und Matthes spielen in dem Film ein Ehepaar, dessen Leben durch einen albanischen Wanderarbeiter aufgemischt wird. Es gehe um Geheimnisse, sagt Matthes. Der Film sei eine psychologische Studie und ein Thriller. Aber er beleuchte auch eine politische Ebene.

Da weltweit rechtspopulistisches Gedankengut aufkeime, sei es wichtig, Stellung zu beziehen und sich einzusetzen, so Matthes. Dafür erhalte er, was ihn freue, von Mitgliedern der Akademie viel Unterstützung. Auf der anderen Seite habe er dafür, dass er Position beziehe und sich leidenschaftlich für das Thema einsetze, auch Morddrohungen bekommen. Mundtot machen lasse er sich davon aber nicht, auch wenn ihn die Mails zunächst sehr erschreckt haben. „Das treibt einen um. Aber mein Engagement wird dadurch garantiert nicht weniger.“

Einzelheiten zum Film verraten die Darsteller und Regisseur Sebastian Ko noch nicht. Die Region, in der „Geborgtes Weiß“ spielt, also nahe der Grenze zu Belgien, sei aber nicht zufällig gewählt, sagt Ko. „Der Film geht um das Gefühl der Zugehörigkeit, wann ist man ein Eindringling? Wann gehört man dazu? Es geht um oder auf der Grenze zu sein.“ 25 Drehtage gibt es insgesamt, die meisten davon fanden in Königswinter statt. Am 19. Drehtag wurde in Düsseldorf-Hubbelrath gefilmt.

Das Ehepaar, das Matthes und Wolff spielen, führt ein beschauliches Leben mit Sohn Nathan. „Sie sind ein eher linksliberales Paar“, sagt Matthes. Als Valmir (Florist Bajgora) aus Albanien in ihr Leben tritt, gerät ihre Welt jedoch aus den Fugen. „Die Beziehung des offenen, toleranten Paars bekommt mit der direkten Konfrontation Risse.“ Roland (Ulrich Matthes) heuert den jungen Albaner für Renovierungsarbeiten an. Während dieser Zeit dringt er immer mehr in den Alltag der Familie ein, besonders mit Nathan scheint er auf besondere Weise verbunden zu sein. Bald muss Marta (Susanne Wolff) erfahren, dass Valmir und sie ein Geheimnis verbindet, dass nicht nur ihre Ehe, sondern auch ihre gesamte Existenz in Gefahr bringt.

Das Drehbuch sei so außergewöhnlich – als sie es gelesen habe, musste sie einfach mitspielen, sagt Susanne Wolff. Auch Florist Bajgota, sei von dem Drehbuch sehr berührt gewesen. Der albanische Schauspieler hat zum größten Teil deutschen Text – obwohl er die Sprache nicht spricht. Zur Vorbereitung gab es einen Sprachcoach und für ihn ein auf Albanisch übersetztes Drehbuch. Die Drehbuchautorin hat sich mit ihm hingesetzt und das Script durchgesprochen, an einigen Stellen eben auch geändert, damit es für ihn passt.

Auf das, was sich hinter dem Filmtitel versteckt, gibt der Regisseur, nur Hinweise. Geborgt sei wie „geliehen“ zu verstehen und das Weiß stehe für Unschuld. „Was genau damit gemeint ist, soll sich aus dem Film ergeben“, sagt Ko. Schauspieler Ulrich Matthes sagt, besonders spannend werde im Film, die Widersprüchlichkeit der Figuren.

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