Ruhrtriennale-Intendant van Hove stellt Programm vor Ruhrtriennale bringt Sandra Hüller und Isabelle Huppert ins Revier

Bochum · Kürzer, aber nicht weniger gehaltvoll: Vier Wochen lang zeigt die Ruhrtriennale im Sommer große Kunst aus den Bereichen Theater, Tanz und Musik. Der neue Intendant will auch neue Zuschauer erreichen.

Der belgische Theaterregisseur Ivo Van Hove will neue Publikumsschichten für das Festival der Künste erschließen.

Der belgische Theaterregisseur Ivo Van Hove will neue Publikumsschichten für das Festival der Künste erschließen.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Rock-und-Pop-Musiktheater mit Sandra Hüller, eine Slapstick-Operette mit Musik Grönemeyer oder eine Elefanten-Parade für die Kleinsten: Mit einem facettenreichen Programm will Ruhrtriennale-Intendant Ivo van Hove neue Publikumsschichten für das Festival der Künste erschließen. Er hoffe Menschen zu erreichen, die die Ruhrtriennale noch nie besucht hätten, sagte der Theatermacher am Montag in Bochum bei der Vorstellung des Programms für das erste Jahr unter seiner Leitung.

Statt wie bisher sechs Wochen lang soll die Spielzeit auf vier Wochen verdichtet werden: Mit 138 Veranstaltungen, darunter sechs Uraufführungen, sei von Mitte August bis Mitte September an 10 Spielstätten in Bochum, Duisburg und Essen aber nicht weniger Programm zu sehen als sonst, betonten die Macher. Der Vorverkauf für 40 000 Karten startete ebenfalls am Montag. Geboten werden Arbeiten aus den Sparten Schauspiel, Musiktheater, Tanz und Installation sowie Konzerte und Workshops. Alle drei Jahre wechselt die künstlerische Leitung des Festivals, bespielt werden die einstigen Industriehallen des Ruhrgebiets.

Um ein Publikum auch jenseits des Stammpublikums zu erreichen, setzt van Hove in seiner Eröffnungsproduktion Musik der Alternative-Sängerin PJ Harvey und auf Starbesetzung: Basierend auf den Songs der Britin folgt das Stück „I Want Absolute Beauty“ einer Frau auf ihrer Lebensreise, dargestellt von Sandra Hüller, die zuletzt mit „Zone of Interest“ und „Anatomie eines Falles“ internationale Kinoerfolge feierte.

In Regie des Belgiers entsteht außerdem ein Projekt von Kulturschaffenden aus dem Ruhrgebiet: Für „Unlocking Paradise“ entwerfen eine junge Sinti-und-Roma-Tanzgruppe, ein Chor mit Wurzeln in Nahost und eine generationsübergreifende Theatergruppe kleine Utopien für eine bessere Welt.

Eine schrille Verwechslungskomödie mit Liedern von Herbert Grönemeyer bringt Herbert Fritsch im Slapstick-Operetten-Musical „Pferd Frisst Hut“ auf die Bühne. In Romeo Castelluccis „Bérénice“ ist Schauspielikone Isabelle Huppert mit einem Klagemonolog zu sehen. Für Konzerte kommen unter anderem der Komponist und Pianist Nils Frahm und die ukrainische Rapperin alyona alyona ins Ruhrgebiet, die ihr Land in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest vertritt.

Einen besonderen Fokus soll die Ruhrtriennale unter der Intendanz von van Hove zudem auf Familien legen. Drei Tage lang schickt die südafrikanische Handspring Puppet Company eine Parade lebensgroßer Elefantenfiguren auf die Reise durch Parks an den Spielstätten. Ein neues Format soll es zudem Familien ermöglichen, sonntagnachmittags Ruhrtriennale-Produktionen zu schauen, während ihre Grundschulkinder zeitgleich altersgerecht in Workshops die Themen der Aufführung erkunden. Die Tanzperformance „Little Ears, Tiny Feet“ richtet sich sogar an noch jüngere Kinder.

(dw/dpa)
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