Rapper aus Düsseldorf: Sam Sillah mit neuer Platte "Mosaik"

Rapper aus Düsseldorf : Rap gegen Gewalt: Sam Sillah macht es vor

Der Düsseldorfer bringt eine neue Platte heraus. Am Donnerstag stellt er sie bei einem Konzert vor.

HipHop wird in der Öffentlichkeit oftmals mit Gewalt, Kriminalität und Drogenkonsum in Verbindung gebracht. In Rap-Texten sind Obszönitäten und Brutalität keine Seltenheit. Nicht so in den Songs von Sam Sillah. Der in Düsseldorf aufgewachsene Rapper legt in seiner Musik großen Wert auf eine optimistische Grundhaltung. „Ich finde es schade, dass Rap ohne Schimpfwörter eher uncool wirkt“, sagt er. „Meine Songs funktionieren auch ohne.“

Sam Sillahs Mutter kommt aus Deutschland, sein Vater aus Gambia. In regelmäßigen Abständen reist er in die westafrikanische Republik, um dort Familie und Freunde zu besuchen. Mit fünf Jahren kehrte er zunächst nicht wieder nach Deutschland zurück. Gemeinsam mit seiner Mutter verbrachte er zwei Jahre in Gambia und besuchte dort eine Vorschule. Er lernte Englisch und Wolof, eine Sprache die überwiegend in Senegal, Mauretanien und Gambia gesprochen wird. Der 27-Jährige rappt allerdings nur auf Deutsch.

Seine Texte handeln hauptsächlich von seinem Leben. Auch die neun Songs seiner neuen EP „Mosaik“, die er am Donnerstag im Zakk vorstellt, handeln von seiner Sicht auf die Welt. In seinem Titelsong „Mosaik“ geht es um die Vielfalt der Menschen, die „zusammen eine schöne bunte Welt bilden – eben wie ein Mosaik“, sagt er. „Mosaik“ ist seine dritte Platte. Das erste Projekt, das unter dem Namen „SSSJ“ 2016 veröffentlicht wurde, entstand, wie er sagt, in einer Ausprobier- und Orientierungsphase. Er arbeitete dafür mit seinem Freund, dem Rapper Steve Jackson zusammen. „Deshalb war es schwierig, ernste und tiefgründige Themen, die mich persönlich beschäftigt haben, zu behandeln.“ Mit einem Künstlervertrag vom Musiklabel Arjuna, den Sillah 2017 unterschrieb, stand er vor einem Wendepunkt in seiner musikalischen Karriere. 2018 erschien schließlich unter dem Titel „Kreis“ seine erste Solo-EP. Mit seinen musikalischen Fähigkeiten konnte er auch den Düsseldorfer Kulturausschuss überzeugen. 2018 wurde Sam Sillah mit dem mit 5000 Euro dotierten Förderpreis der Stadt ausgezeichnet. Die Jury überzeugte sein „Gesamtpaket aus intelligenten Texten, die immer wieder Bezug auf die spannende Biographie des Künstlers nehmen, und den außerordentlichen Rap- und Gesangsfähigkeiten des jungen Musikers“, hieß es.

Für „Mosaik“ mischte er Samples, HipHop-Grooves und Beats, die mit akustischen Instrumenten wie Gitarre oder Bass untermalt sind. Inspiration holte sich der Rapper insbesondere aus seinen zwei Heimatländern. In Zukunft möchte er auch vielmehr Reggae und afrikanische Musik einfließen lassen. „Beides ist ein Teil von mir, und ich muss in regelmäßigen Abständen an beiden Orten sein, damit ich im Gleichgewicht bin“, sagt er.

Seine Leidenschaft für die Musik entwickelte sich langsam, Sam Sillah beschreibt es als „einen schleichenden Prozess“. Mit den Jahren wurde die Musik ein immer wichtigerer Bestandteil seines Lebens. Mit 13 Jahren fing er an, erste Texte zu schreiben, mit einem Kassettenrekorder nahm er eigene Songs auf. Nach dem Abitur beschloss er, mit der Musik weiterzumachen. Es sei der einzige Job bisher, in dem er nie Feierabend machen konnte, sagt er. „Auch wenn ich im Bett liege, mein Kopf denkt immer weiter, und selbst das macht mir Spaß.“ So absolvierte er 2014 an der Akademie Deutsche POP sein Studium zum Technischen Tonmeister und Mastering Engineer. Neben der Musik engagiert sich der Rapper für Jugendliche und gibt Rap-Workshops. Er ist überzeugt, dass in jedem ein Talent steckt und dieses nur entdeckt werden muss. Mit starkem Willen ist alles zu erreichen, meint er. Das möchte der Künstler mit seinen Songs vermitteln. Seine Botschaft: „Du bist wichtig und besonders, und du kannst alles schaffen, wenn du nur wirklich daran glaubst.“

Info Sam Sillah tritt am Donnerstag im Zakk auf. Beginn ist um 20.30 Uhr. Karten unter: www.zakk.de

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