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Kölner Seelsorger diskutieren über Rückkehr Kardinal Woelkis

Krise im Erzbistum Köln dauert an : Rückkehr von Kardinal Woelki wird kontrovers diskutiert

Das wichtigste Beratungsgremium des Erzbistums hat „kontrovers“ über Szenarien einer Rückkehr des Erzbischofs am Aschermittwoch gesprochen. Für einige ist ein „Weiter so“ nur schwer vorstellbar, andere kritisierten, dass der Kardinal inzwischen als Sündenbock herhalten müsse.

Die Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki bleibt auch in den Leitungsgremien des Erzbistums umstritten. So diskutierte am Wochenende in Bensberg der Diözesanpastoralrat des Erzbistums, wie eine Rückkehr des Kölner Erzbischof nach seiner von Papst Franziskus verordneten sogenannten geistlichen Auszeit aussehen könnte. Das scheinen die unterschiedlichen Ansichten offen aufeinander getroffen zu sein. Das Erzbistum ließ verlauten, dass es eine „intensive“,  teils auch „kontrovers geführte Debatte“ gegeben habe. So seien unterschiedliche Szenarien zur Sprache gekommen. Der Diözesanpastoralrat ist das wichtigsten Beratungsgremium des Erzbistums, in dem insgesamt 75 Kleriker sowie haupt- und ehrenamtliche Laien mitwirken.

Danach sollen etliche Teilnehmer ihre Bedenken an einer Weiterführung der Amtszeit im bisherigen Sinne geäußert haben. Mehrere Teilnehmer werden mit den Worten zitiert, dass sie sich nicht vorstellen könnten, „wie das gehen soll“. So erklärte Marianne Arndt, sie ist Gemeindereferentin in Köln-Mülheim sowie eine Vertreterin der Reforminitiative Maria 2.0: „Die Menschen stimmen mit den Füßen ab, die Austrittszahlen sind erschreckend.“ Bereits zu Beginn der Auszeit des Erzbsischofs hatte Arndt immer wieder vor einer Stagnation gewarnt und angemahnt, dass man das Kirchenvolk nicht hängen lassen dürfe und man die Zeit nützen müssen, weil man sonst keinen Wiederanfang machen könne. Dagegen gab Stephan Neuhoff, ein Laie im Pastoralrat, zu bedenken, dass inzwischen für viele Kritiker Woelki als eine Art „Sündenbock“ herhalten müsse. Nach  Neuhoffs Worten könne eine auch von Rom eingeforderte Versöhnung aber nur dann gelingen, wenn auch die Kritiker des Kardinals bereit seien, ihren Beitrag zu leisten.

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Insgesamt war sich das Beratergremium aber einig, dass es ein „Weiter so“ nicht geben dürfe und künftig  „klare Signale für einen Neuanfang“ gesetzt werden müssten. Weihbischof Steinhäuser – er leitet in der Zeit der Abwesenheit des Kardinals als Apostolischer Administrator das Erzbistum – wird nun das Stimmungsbild aus Bensberg zur Frage der Rückkehr nach Rom weitergeben. Dort wird Steinhäuser demnächst über die aktuelle Lage und die Erfahrungen, die er in den vergangenen Wochen sammeln konnte, berichten. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte Steinhäuser Ende November erklärt, dass zum Ende der Auszeit am Aschermittwoch „Kardinal Woelki aus der Wundertüte steigt“. Damals erklärte Steinhäuser, dass es für eine Rückkehr momentan noch keine Planung gäbe.

Das hat sich aber zum Teil geändert: So wurden inzwischen Einladungen verschickt, wonach Kardinal Rainer Maria Woelki die Heilige Messe am Aschermittwoch im Kölner Dom zelebrieren und den Gläubigen das Aschenkreuz spenden wird. Das wäre somit der erste offizielle Termin des Erzbischofs. Ab dem 2. März würde danach Kardinal Woelki wie geplant seine Amtsgeschäfte im Erzbistum Köln wieder übernehmen.