1. NRW
  2. Kultur

Konzert im Zakk: Fettes Brot spielen vor 300 Fans in Düsseldorf

Konzert im Zakk : Fettes Brot spielen vor 300 Fans in Düsseldorf

Dieser Raum war viel zu klein für die gigantische Stimmung, aber eben darum ging es dieser Band, genau das wollte sie: Fettes Brot trat im Düsseldorfer Kulturzentrum Zakk auf, und zwar nicht in der großen Halle, sondern im gemütlichen Club.

Rund 300 Leute erlebten den Auftritt, der als Aufwärmübung diente für die anstehenden Konzerte in den mächtigen Hallen. Eingrooven also; heute etwa spielen die Hamburger in der Kölner Lanxess-Arena.

Man kann sich denken, dass ein Abend wie dieser euphorisierend auf Künstler wirken dürfte. Fettes Brot hatte das Publikum vom ersten Stück an im Griff, die Bühne ist niedrig, sie standen also mittendrin in den Fans, spielten "Wackelige Angelegenheit" und "Unmusikalisch" vom neuen Album, und bei jedem Song fielen einem Verse auf, die man zuvor übersehen hatte: "Ich würde ja mit dir gehen, aber ich hab leider nichts anzuziehen" zum Beispiel, das ist aus "Kalte Füße". Bei "Emanuela" von 2005 ging das Publikum in die Hocke, und beim Refrain sprang es auf, und beim Hit "Jein" dampften die Körper, die Luft wurde dick und roch nach Mensch.

Unter Freunden sein und Bier bestellen

Das ist das Schöne an dieser großartigen Live-Band, die im Zakk um drei Musiker verstärkt wurde, dass man nämlich Lust bekommt, unter Freunden zu sein und Bier zu bestellen, dass man sich wünscht, der Freitagabend möge nicht vergehen, und dass das hier Hamburg sei. Die Zwischenansagen wurden immer länger, breites Waterkant-Deutsch, Rumgeschnacke, bisschen Dumm Tüch erzählen: "Boris könntest du den Menschen im Zakk mal ein schönes Lied singen?" - "Schön kann ich nicht versprechen, Lied ja." Und dann folgten "Nordisch By Nature", "The Grosser", "Erdbeben" und "Echo".

Der Höhepunkt war kurz vor Ende des zweistündigen Konzerts das Medley aus Coverversionen. Fettes Brot sangen "Türlich, Türlich" von Das Bo, "Sie ist weg" von den Fantastischen Vier und "Rock Me Amadeus" von Falco. Die letzte Zugabe war dann "Schwule Mädchen". Große Freude, viele Freunde, kleiner Saal, dicker Dunst. Als man in die Nacht trat, war man kurz traurig, nicht in Hamburg zu wohnen.

(top)