Das neue Stück von Daniela Georgieva hat in der Bergerkirche Premiere

Tanz-Performance „Vierx1“ : Wellenbewegung der Zuneigung

Heute hat das neue Stück von Daniela Georgieva in der Bergerkirche Premiere. Thema: Mann und Frau.

Wer Daniela Georgieva in den vergangenen Tagen gesprochen hat, wird ganz sicher gemerkt haben, wie viel Energie von der 40-Jährigen ausgeht. „Das ist das Leidenschaftlichste, was ich bisher erlebt habe“, sagt sie, und dass alle alles geben, als gehe es um Leben und Tod. Worte unter Strom also, und was Georgieva meint, ist ihre Performance „Ein Abend für den Tanz / Vierx1“, die Donnerstagabend Premiere hat. Könnte gut sein, dass die Zuschauer danach so strahlen, dass sie im Hellen heimkehren, obwohl es bereits dunkel sein wird.

Um 20 Uhr beginnt die Aufführung in der Bergerkirche. Sie ist das Ergebnis eines Jahres Arbeit. Vier klassisch ausgebildete Tänzer trommelte Georgieva zusammen, Kelvin Kilonzo und Christian Paul, Sophia Seiss und Clara Marie Müller. Zwei arbeiteten bereits mit Marina Abramovic zusammen, einer schließt sich demnächst der Truppe von Pina Bausch an. Gemeinsam bringen sie ein Stück auf die Bühne, das die Spannung zwischen Mann und Frau in Bewegungen übersetzt. Es geht um Annäherung, um Entfernung, um die Rules of Attraction sozusagen. „Nichts wird aufgelöst“, sagt Georgieva, sie sei vor allem an Spannung interessiert, an suspense und tension.

Georgieva studierte an der Kunstakademie, sie macht unter dem Namen Pony Musik, erst seit rund drei Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Tanz. Der Workshop „Through The Body To The Mind“, der damals in der Kunsthalle in Rita McBrides „Arena“ stattfand, gab den Impuls. Seither besuchte Georgieva Workshops, arbeitete in der „Tanzfabrik“ in Köln und gestaltete sechs Soloabende – im Museum Kunstpalast etwa und in Sankt Peter in Köln.

„Vierx1“ ist nun die erste Performance, bei der sie im Hintergrund bleibt. Sie ließ sich zu den Bildern, die sie mit ihren Tänzern erarbeitete, unter anderem von Filmen inspirieren. Von Gus Van Sants „Gerry“ zum Beispiel und von „Attenberg“, dem tollen Film der griechischen Regisseurin Athina Rachel Tsangari. Die Musik zum Stück liefert Thomas Klein, den man als Schlagzeuger der Band Kreidler und von seinem Solo-Projekt Sølyst kennt. Klein hat eine bereits fertige Komposition an die Choreografie angepasst. Das ist Musik, die in Wellen anbrandet, die wie ein Herzschlag mal schneller und mal langsamer ist und als Soundtrack für den menschlichen Magnetismus wirkt, den Georgieva tanzen lässt. Die Kostüme gestaltete Sandra Schollmeyer.

Dass das Projekt in der Bergerkirche umgesetzt wird, liegt an Diakoniepfarrer Thorsten Nolting. Der hatte Georgieva gefragt, ob sie dort nicht mal ein Konzert als Pony geben wolle. Georgieva besichtigte diesen besonderen Raum und dachte direkt daran, dass sich das Schlichte, das Weiße und Minimalistische bestens eignet, um darin eine Tanzperformance zu zeigen.

Wie in einer Parallelwelt fühle sich sich derzeit, sagt Georgieva, so intensiv und emotional sei die Arbeit am Stück. Ein eigener Kosmos aus Bewegung also. Wer hingeht, könnte mitgerissen werden.

Info Die Aufführung ist von Donnerstag bis Samstag, jeweils um 20 Uhr, in der Bergerkirche zu sehen.

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