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Köln: "c/o pop" vernetzt die Musikmacher

Köln : "c/o pop" vernetzt die Musikmacher

Das Kölner Festival achtet auf seine Unabhängigkeit gegenüber Konkurrenten.

241 Millionen verkaufte Tonträger: Das Jahr 1997 wird der deutschen Musikindustrie als goldene Zeit in Erinnerung bleiben. 2013 verzeichnete sie 107 Millionen verkaufter Alben - auf CD, Schallplatte oder als Download. Auch wenn der Markt weniger stark geschrumpft ist als in den Vorjahren, befindet sich die Branche seit Beginn des digitalen Zeitalters in der permanenten Krise, versucht mit neuen Strategien auf sinkende Absatzzahlen zu reagieren. Diese Entwicklung hat das Festival "c/o pop", das 2004 als Nachfolger der Popkomm in Köln gegründet wurde, immer begleitet. Auch dieses Jahr gibt es neben über die Stadt verteilten Konzert-Highlights mit Kelis, Elbow, Warpaint oder Agnes Obel ein Diskussionsprogramm: die "c/o pop Convention" am 21./22. August.

Nicht nur Labels und Künstler, auch das Festival selbst muss sich auf dem Markt behaupten. Deshalb erwähnt c/o-pop-Gründer und Convention-Leiter Ralph Christoph gern die Mitbewerber Hamburger Reeperbahn Festival und Berliner Music Week, um festzustellen: "Wir haben ihnen gegenüber wieder einen USP, der Leute zieht." Ein USP ist ein Unique Selling Point, also ein Alleinstellungsmerkmal. Dieses Jahr ist es die Diskussion um Musik und Marken - "Branded Entertainment" heißt dazu das Schlagwort. "Werbung kommt nicht mehr ohne Musik aus", sagt Ralph Christoph. "Trotzdem gibt es auf beiden Seiten Vorbehalte." Bei den Künstlern, gerade wenn sie sich als der Independent-Szene zugehörig fühlen, existiert die Angst vor dem kommerziellen Ausverkauf. Und Werbeagenturen wissen oft nicht, welche rechtlichen Hürden es zu meistern gilt, wenn sie einen Spot mit einem Song unterlegen wollen.

Mit der "c/o pop Convention" will Christoph zwei Sprachen verdrahten und hat dafür kompetente Ansprechpartner von Levis, Microsoft oder Coca Cola gekriegt. Wenn Musikindustrie die Verbindung zu Marken sucht, ist das allerdings nur eine (besonders lukrative) Strategie, um auf wegbrechende Absätze zu reagieren. Wichtig ist heute, individuell mit den modernen Formen des Musikkonsums zu spielen.

Der Rapper Cro zum Beispiel warf seine erste Single "Easy" umsonst ins Netz. Nach millionenfachen Klicks bei Youtube wurde seine Musik auch zum Nummer-1-Hit bei CD-Verkäufen, MP3-Downloads oder in Streaming-Diensten. Sein neues Album hingegen ist auf Streaming-Plattformen erstmal gar nicht zu bekommen. Die c/o pop begleitet solche Entwicklungen etwa mit dem Training "Streaming perfektioniert". Und auch das feuilletonistische Nachdenken über Musik kommt nicht zu kurz: Diedrich Diederichsen spricht zu "Popculture Today".

Tickets für die Veranstaltung bekommen Sie hier!

(RP)