Bayreuther Festspiele 2019: Wagner im heißesten Haus der Welt

Bayreuther Festspiele : Wagner im heißesten Haus der Welt

Die Bayreuther Festspiele begannen mit dem Stelldichein der Prominenz.

Es steht außer Frage, dass das mit Abstand heißeste, unbehaglichste, wegen der tropisch anmutenden Temperaturen sogar medizinisch gefährlichste Gebäude in diesen Tagen das Bayreuther Festspielhaus ist. Dort gibt es bekanntlich keine Klimaanlage. Man sitzt sehr beengt, und es schien gestern schon bei der Auffahrt zum Grünen Hügel, als ob deutlich mehr Rettungskräfte in Bereitschaft waren als in früheren Jahren. Ein Sprecher der Feuerwehr teilte mit, dass man damit rechnen müsse, dass auch während der Vorstellung Hitzeopfer mit Kreislaufproblemen im Festspielhaus oder sogar im Bayreuther Klinikum versorgt werden müssen. Bayreuth-Besucher, jedenfalls in der Hardcore-Version, sind allerdings auch dafür bekannt, dass sie stets einen maßgeschneiderten Anzug tragen, bei dem sie das Jackett nicht ablegen und den Krawattenknoten um keinen Millimeter lösen.

Der einzige Trost des Abends war, dass Erfrischung ausgerechnet von der Bühne in Aussicht stand. Wie vorab durchsickerte, wollte Regisseur Tobias Kratzer eine aktualisierte Version des „Tannhäuser“ bieten, in der sogar das Festspielhaus selbst eine gewaltige Rolle spielt. Vermutlich wird der berühmte Pilgerchor in dieser Oper den Aufmarsch der Festspielgäste darstellen.

In der Wagner-Stadt hat die Bundeskanzlerin überraschend viele Anhänger. Deswegen wurde schon am Vorabend die Frage diskutiert, wo sie denn ihren Ehemann Joachim Sauer gelassen habe. Der fehlte nämlich auch am Vorabend beim Festempfang zum 100. Geburtstag des Wagner-Enkels Wolfgang Wagner. Auch für die Premiere des „Tannhäuser“ war er nicht angemeldet. Gründe für sein Fehlen waren nicht zu erfahren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (r.) mit Markus Söder (CSU) und dessen Frau Karin. Foto: dpa/Tobias Hase

Die Bundesregierung war neben der Kanzlerin durch Gesundheitsminister Jens Spahn sowie die Staatsministerinnen Monika Grütters (Kultur) und Dorothee Bär (Digitalisierung) vertreten. Alle brausten später in Richtung der außerhalb der Stadt gelegenen Eremitage, wo Ministerpräsident Markus Söder den obligatorischen Staatsempfang der bayerischen Landesregierung ausrichtete. Ebenfalls auf der Gästeliste standen unter anderen Franz Herzog von Bayern, Gloria Fürstin von Thurn und Taxis sowie die Schauspieler Michaela May und Udo Wachtveitl. Außerdem auf dem roten Teppich gesichtet wurde die Maus. Sie war zu Drehaarbeiten für „Die Sendung mit der Maus“ angereist. Wieviel Grad wohl die Dame unter dem Kostüm aushalten musste? mit dpa

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