1. NRW
  2. Kultur

50. Jahrestag​: Ein Star-Trek-Alphabet – Von „Anzügen“ bis „Zorn des Khan“​

Star-Trek-Alphabet : Von „Anzügen“ über „Phaser“ bis „Zorn des Khan“

Vor 50 Jahren flog die 'Enterprise' in Deutschlands Wohnzimmern ein. Das „Star Trek“-Universum bietet seit einem halben Jahrhundert auch im deutschen Fernsehen Platz für alle Arten von Lebens- und Verhaltensformen. Ein Star-Trek-Alphabet von A bis Z.

Zum 50. Jahrestag der deutschen Erstausstrahlung im ZDF (27. Mai 1972) buchstabiert die Katholische Nachrichten-Agentur die Zukunft von gestern durch:

Anzüge: Erst in den späteren Jahren mussten die Enterprise-Helden Kirk, Scotty, Uhura und Co. feststellen, was ihnen die Raumflotte mit den eng anliegenden, einfarbigen Synthetik-Uniformen der Föderation angetan hatte. Mit den Dienstjahren stieg auch die Kleidergröße.

Beamen: Die sekundenschnelle Zerlegung und Rematerialisierung von Personen an anderer Stelle zählt zu den prominentesten Neuerungen des 23. Jahrhunderts. „Beam me up, Scotty“ ist bis heute ein geflügeltes Wort für Menschen, die nicht mehr dort sein wollen, wo sie gerade sind.

Captain/Commander: Ob Kirk, Picard, Janeway oder Sisko - der Herr/die Herrin auf der Brücke ist ein Tatmensch, der/die häufig über Leben und Tod, Krieg und Frieden zu befinden hat. Einer der Lieblingssätze von Captain Picard ist ein entschiedenes „Machen Sie es so!“

Data: ein philosophischer Pinocchio. Künstliche Hochintelligenz, die er ist, wünscht sich der Offizier der zweiten Enterprise-Generation doch nichts mehr, als ein Mensch zu sein. Seine Selbstversuche enden jedoch stets zwischen tragisch und grotesk.

  • Mr. Spock (l., gespielt von Zachary
    “Star Trek“ : Raumschiff Enterprise feiert 50. Geburtstag in Deutschland
  • Der Schauspieler William Shatner als Captain
    Countdown für „Captain Kirk“ : „Stark Trek“-Legende William Shatner fliegt ins All
  • Chris Boshuizen (l.), William Shatner, Audrey
    Ältester Weltraum-Besucher : „Star Trek“-Ikone Shatner kehrt begeistert aus dem All zurück

„Er ist tot, Jim!“: Gleichsam das „Harry, hol schon mal den Wagen“ der frühen Star-Trek-Folgen. Häufig untermalt von dräuenden Paukenschlägen, stellt Bordarzt Dr. „Pille“ McCoy mit einem entsetzten Blick auf Captain Kirk das Ableben eines Crew-Mitglieds auf einem fremden Planeten fest.

„Faszinierend!“: gängiger Ausdruck des Halb-Vulkaniers Spock, gepaart mit dem Hochziehen einer Augenbraue. Beides zusammen bedeutet Erstaunen angesichts der „unlogischen“ Handlungsweisen der Menschen, vorzüglich des aufbrausenden Bordarztes „Pille“.

Galaxien: Sternenansammlungen im Weltraum. „Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat“, so lautet das Versprechen der raumbeflissenen 60er Jahre.

Holo-Deck: Ein holografischer Umgebungssimulator, mit dem sich die Enterprise-Offiziere der zweiten Generation die Freizeit vertreiben. Sie können dort etwa auf einem „echten“ Piratenschiff des 17. Jahrhunderts kämpfen oder im Dschungel ein Lagerfeuer machen.

„It was fun!“ (Es war ein Spaß): Berühmte letzte Worte von Captain Kirk, bevor er in der gemeinsamen Mission mit dem Captain der zweiten Enterprise, Jean-Luc Picard, als Held stirbt.

Jugend: Kommt erst ab der zweiten Generation zum Zuge. Pan-galaktische Werteerziehung und Abnabelungsprozesse im All brachten eine neue pädagogische Facette in die Serie.

Kommunikator: Funkgerät des 23. Jahrhunderts. Nahm in Design und Funktionalität die „Klapp-Handys“ der 2000er Jahre voraus.

Liebe: Hat nur wenig konkreten Raum auf der Enterprise, ebenso wie Erotik oder Sex. Auf den besuchten Planeten und in deren Gesellschaften kann die Mannschaft jedoch mitunter ihr blaues Wunder erleben (siehe auch „Matriarchat“).

Matriarchat: Scheint im Unterbewusstsein von Star-Trek-Schöpfer Roddenberry fest verankert. In gleich mehreren Folgen der Serie haben die Frauen auf Planeten das Kommando - und/oder betören sirenenhaft die Sinne der kontrollgewohnten Männer der Enterprise.

Nerd: Navigator Pavel Chekov ist vielleicht der erste Computer-Nerd der Geschichte - auch wenn er erst in über einem Jahrhundert im heutigen Russland geboren werden wird. Verlässt so gut wie nie sein Schaltpult auf der Brücke, wo er Daten verarbeitet und den Kurs setzt.

Oberste Direktive: Wichtigste Handlungsanordnung der Sternenflotte. Die Mitglieder der Föderation verpflichten sich, sich nicht in technologisch unterlegene Zivilisationen einzumischen. In der Praxis führt sie Kirk und Co. immer neu ins Dilemma: gehorchen oder retten?

Phaser: Gängige Strahlenwaffe der Föderation, die neben dem Töten in Lichtgeschwindigkeit humanerweise auch „auf Betäubung“ eingestellt werden kann.

Replikator: Wichtiges Versorgungsmodul ab der zweiten Generation. Wie könnte Captain Picard Entscheidungen treffen, bekäme er nicht auf seinen Befehl hin stets frisch sein Lieblingsgetränk materialisiert: „Earl Grey, heiß“.

Schutzschilde: Wichtigster Abwehrmechanismus der Enterprise gegen die Strahlenwaffen klingonischer und romulanischer Raumschiffe („Birds of Prey“). Kaum eine frühe Folge vergeht ohne den Befehl an Scottys Maschinenraum: „Alle Energie auf die Schilde!“

Tarnvorrichtung: Schon seit dem 22. Jahrhundert haben die Romulaner ihre Kriegsschiffe mit einer Tarntechnologie versehen. Erst durch die Bündelung aller Energie im Moment des Angriffs werden sie sichtbar und damit für die Enterprise bekämpfbar.

Uhura: Die einzige Frau in der Führungsriege der ersten Enterprise. Zugleich war Schauspielerin Nichelle Nichols (89) die erste Schwarze, die im US-Fernsehen einen Weißen küsste: Captain Kirk. Als Nichols für eine Broadway-Karriere aussteigen wollte, überredete sie der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King zum Weitermachen.

Versöhnung: Ist auch und gerade im 23. Jahrhundert möglich. Nach allen sinnlosen Kriegen ist Frieden die höchste Aufgabe der Föderation und ihres Obersten Rates (einem der UNO ähnlichen Gremium). Der Kinofilm „Das unentdeckte Land“ reflektierte 1991 mit dem Frieden zwischen Föderation und Klingonen das tatsächliche Ende des Kalten Krieges.

Warp-Antrieb: Antriebsmechanismus der Enterprise, der Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit durch gezieltes Krümmen der Zeit ermöglicht. Nach Meinung heutiger Wissenschaftsexperten: hübscher Quatsch.

Xenophobie: Existiert, ist aber eigentlich unnötig. Das Star-Trek-Universum ist dehnbar und aufnahmefähig für andere Existenzen - freilich solange diese bereit sind, die Werte der Föderation anzuerkennen. Insofern: Im Westen nichts Neues...

Y-Klasse: Klassifizierung von Planeten mit besonders unwirtlichen Bedingungen. Die Voyager trifft im Jahr 2374 auf einen solchen Planeten, deren Lebensformen jede Form durch Kopieren der Molekularstruktur nachahmen können. Das Schiff samt Crew wird kopiert und bleibt auf dem Planeten zurück, während die Originale zurück Richtung Erde fliegen.

„Zorn des Khan“: Der zweite Kinofilm von 1982. Ein vielversprechendes Öko-Projekt wird von einem Verbrecher gekapert, um sich an Captain Kirk zu rächen. Kirks Erfahrung bringt zwar den Sieg über den überlegenen Angreifer, doch zu einem hohen Preis: Mr. Spock stirbt (als Cliffhanger) durch freiwerdende Radioaktivität.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Scotty, beam us up" - 50 Jahre Raumschiff Enterprise

(dni/kna)