Die Künstliche Intelligenz und das Lernen Chat GPT verändert die Schulen

Meinung | Düsseldorf · Schule sollte sich laufend verändern, jetzt muss sie einen großen Schritt tun. Es ist nicht die Frage, ob Programme wie Chat GPT im schulischen Kontext eingesetzt werden, sondern nur noch, wie.

 Mit Computer und Tablet im Unterricht (Symbolbild): Schulen können sich vor den Fortschritten der Digitalisierung nicht wegducken. Sie müssen sie zum Lehrstoff machen.

Mit Computer und Tablet im Unterricht (Symbolbild): Schulen können sich vor den Fortschritten der Digitalisierung nicht wegducken. Sie müssen sie zum Lehrstoff machen.

Foto: dpa/Marijan Murat

Jetzt ist sie da, die Künstliche Intelligenz, und kann, wie Testläufe gezeigt haben, Geschichten erfinden, Hochschulprüfungen bestehen, ansprechende Bewerbungen für Jobsuchende entwerfen und Hausarbeiten abliefern, wie sie vermutlich kaum ein Schüler schöner schreiben könnte. Programme wie Chat GPT sind in der Welt, mit all ihren Chancen und Risiken. Es ist nicht die Frage, ob sie im schulischen Kontext eingesetzt werden, sondern nur noch wie – und wie oft, unter welchen Bedingungen und welchen rechtlichen Voraussetzungen. Je schneller Schulen darauf eingestellt werden, desto besser.

Selbstverständlich wird mit der Text-Software auch geschummelt werden. Es wird immer gemogelt, jeweils unter Zuhilfenahme der zur Verfügung stehenden Mittel. So war es seit der Erfindung des Bleistifts, so war es mit dem Internet, und mit Chat GPT wird es auch so sein. Lehrer werden nicht immer erkennen, wenn es geschieht, und umgekehrt werden sie ab und an danebenliegen und glauben, bei einer Arbeit habe der Roboter mitgeholfen, obwohl das nicht stimmt.

Aber mit neuen Entwicklungen vermehren sich nicht nur Schummel-Chancen, es ändern sich auch Lehr- und Prüfungsmethoden und nicht zuletzt Lernziele. Schule soll Kinder fitmachen für die Welt – und das ist eine Welt, in der Programme mit Künstlicher Intelligenz verfügbar sind. Guter Unterricht muss ihnen beibringen, wie sie deren Potenziale richtig nutzen, ohne sich komplett auf sie zu verlassen. Unbedingt müssen junge Menschen weiter lernen, wie sie sich Wissen selbst erschließen und sich schriftlich ausdrücken. Dazu Strategien zu finden, ist herausfordernd. Aber es ist schon früher geglückt: Vielleicht ließ sich ehedem noch eine gute Note mit der Zusammenfassung eines Wikipedia-Artikels abstauben – heute sollte das nicht mehr der Fall sein. Schule kann sich weiterentwickeln, und sie muss es auch jetzt tun.

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