Bocholt: Kinder-Rollstuhl vor Haustür gestohlen

Bocholt: Kinder-Rollstuhl vor Haustür gestohlen

Einem schwerbehinderten Jungen aus Bocholt sind gestern Morgen sein Rollstuhl und sein Auto-Kindersitz gestohlen worden. Die Gegenstände befanden sich zwischen 6 Uhr und 6.30 Uhr auf der Prinz-Heinrich-Straße in Bocholt. "Wir stellen den Rollstuhl morgens auf den Behindertenparkplatz vor unserem Haus", erzählt Daniel Ehlting, der Vater des Jungen. "Mein Sohn wird von einem Fahrdienst abgeholt. Durch die Vorbereitungen klappt das reibungslos, und er ist pünktlich in der Schule."

Seit mehr als zwei Jahren hat die Familie diese morgendliche Routine - bislang ohne Probleme. "Deshalb waren wir sehr verwundert, als der Rollstuhl verschwunden war", sagt der 38-Jährige. "Zuerst haben wir gedacht, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat oder ein Nachbar ihn an die Seite gestellt hat. Ich bin sogar durch die Nachbarschaft gefahren - ohne Erfolg. Bis jetzt fehlt jede Spur vom Rollstuhl und dem Kindersitz."

Die Eltern gingen deshalb zur Polizei. "Ein Spezialrollstuhl im Wert von mehreren tausend Euro wurde als gestohlen gemeldet", bestätigte Danièl Maltese, Pressesprecher der Polizei im Kreis Borken.

"Unser Sohn ist täglich auf den Rollstuhl angewiesen", sagt Daniel Ehlting, "weil er sich ansonsten auf längeren Strecken nicht alleine fortbewegen kann." Deshalb wiegt der Diebstahl umso schwerer: "Der Rollstuhl ist maßgefertigt und kann nicht so einfach ersetzt werden", erklärt Ehlting.

Wenige Stunden nach dem Diebstahl veröffentliche Ehlting auf Facebook ein Foto seines Sohnes im Rollstuhl mit der Bitte um Hinweise und Zeugen. Der Post löste in NRW eine große Welle der Solidarität aus: Bis gestern Abend wurde er mehr als 3600 Mal geteilt sowie mehrere hundert Male kommentiert. "Unglaublich! Hoffentlich bekommt ihr ihn zurück", schreibt dort eine Nutzerin. Ein anderer User des sozialen Netzwerks meint: "Das ist das Allerletzte, einem behinderten Kind den Rollstuhl zu klauen."

(mba)