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Kommentar zu Karnevalszügen: keine Kamelle verschwenden

Kommentar zu Karnevalszügen : Lutschen, lutschen, lutschen

Das ist ein Tag für Spaßverderber. Wer es ernst nimmt mit dem ökologischen Gleichgewicht, findet etliche Gründe, gegen den Rosenmontagszug zu wettern.

Trecker pusten Emissionen in die Luft, Wildpinkler versauen die Innenstädte, und vom Spaß an der Freud bleibt am Ende nur Müll. Schlimmer noch: Lebensmittel werden vernichtet. Die Kehrmaschinen putzen gleich tonnenweise weg, was Kinder und Erwachsene nicht verputzen wollten. Heute droht erneut der Kamelle-Skandal, weil mindestens die Hälfte des sogenannten Wurfmateri­als im Dreck und nicht bei Schleckermäulchen landet.

Wer vom Bäcker verlangt, dass er Brot von gestern nicht in die Tonne kloppt, muss auch mit den Karnevalisten schimpfen: Wurfmaterial darf keine Wegwerfware sein. Heißt konkret: Nur das ins Publikum feuern, was auch gern genommen wird. Die Erkenntnis der vergangenen Jahre: Nach Süßigkeiten bücken sich immer weniger Jecken am Straßenrand. Und selbst wenn Klümpchen und Schokolädchen in der Tüte landen und mit nach Hause getragen werden: Spätestens Ostern werden die Reste entsorgt. Schade drum.

Narren aufgepasst: Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei. Ab dann wird für Rosenmontag 2021 geplant. Vielleicht braucht der Karneval eine Kamelle-Konferenz. Die könnte beraten und beschließen, wie sich Tradition und Nachhaltigkeit verbinden lassen. Foodwatch könnte mitarbeiten, und die Tafeln sollten eingebunden werden, damit die Liebesgaben der Narren bei Bedürftigen landen und für Freude sorgen.

Den Jecken an der Zugstrecke sei heute empfohlen, den Rücken krumm zu machen, schnell aufzusammeln, was vom Wagen fliegt und am Boden liegt. Wer vermeiden will, dass Lebensmittel vernichtet werden, kann seinen persönlichen Beitrag leisten. Die Losung lautet: Lutschen, lutschen, lutschen.