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Karneval NRW: Narren in Köln und Düsseldorf feiern friedlich

Karnevalsauftakt in NRW : Jecken feiern friedlich Sessionsstart am 11.11.

Die erste Karnevalsnacht in der neuen Session ist laut Polizei überwiegend friedlich verlaufen. In Köln war der Andrang auf die Partymeilen besonders groß. Gesundheitsminister Laumann verteidigte den Sessionsauftakt, an dem es angesichts der Pandemie Kritik gibt.

Tausende Menschen haben in In Köln musste die Zülpicher Straße am Nachmittag wegen Überfüllung gesperrt werden. Und das Dreigestirn ist in Quarantäne.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält Karnevalfeiern angesichts der Corona-Impfungen und 2G-Veranstaltungen in den rheinischen Hochburgen für vertretbar. „Wir wollen den Karneval nicht verbieten“, sagte Laumann am Freitag in Düsseldorf. Der Unterschied zur Session des Vorjahres sei, dass 85 Prozent der Menschen über 18 Jahre geimpft seien. Auch die Auffrischungsimpfungen kämen voran. Außerdem seien 2G-Veranstaltungen möglich.

Nachdem unter anderem in Köln Zehntausende Menschen auf den Straßen und in Kneipen den 11.11. gefeiert hatten, war eine Debatte über den traditionelle Sessionsauftakt aufgekommen.

Es blieb in den Karnevalshochburgen aber friedlich. „Es war fast schon erschreckend ruhig“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am frühen Freitagmorgen. Etwa bis Mitternacht sei auf den Straßen noch mehr losgewesen, am frühen Morgen habe sich die Lage dann zusehends beruhigt. Für eine endgültige Bilanz zu Ausschreitungen beim jecken Treiben sei es allerdings noch zu früh.

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Einsatzkräfte griffen nach Angaben der Kölner Polizei frühzeitig und konsequent ein, um aufkeimende Auseinandersetzungen zu unterbinden und jede Form von Eskalation zu verhindern. Insgesamt hat es bis zum frühen Freitagmorgen rund 110 Strafanzeigen gegeben. „Wir hatten alles dabei - Körperverletzung, Taschendiebstähle, Sachbeschädigung, Widerstand“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Vereinzelt sei es auch um „Sexualdelikte im niedrigschwelligen Bereich“ gegangen. 32 Personen wurden nach vorläufiger Bilanz in Polizeigewahrsam genommen - überwiegend habe es sich um Betrunkene gehandelt. Drei Personen habe man vorläufig festgenommen, berichtete der Sprecher. Die Zahlen seien im Vergleich zu anderen Jahren nicht auffällig. Die Polizei war mit rund 1000 Kräften im Einsatz.

Der Rettungsdienst der Stadt Köln meldet für die Altstadt und das Zülpicher Viertel bis 18 Uhr nur 92 Einsätze - weitaus weniger als in den Vorjahren. Ähnlich positiv fiel die Bilanz der Malteser aus. „Wir hatten bisher nur 30 kleinere und größere Blessuren an unseren fünf Unfallhilfsstellen zu behandeln“, berichtete der Malteser-Einsatzleiter Alexander Quantius am Nachmittag - auch hier war der Andrang damit deutlich geringer als bei der letzten Sessionseröffnung noch vor Corona im Jahr 2019.

Am Abend kam es dann in Köln-Vingst zu einem tragischen Unfall: Ein 25-Jähriger hielt sich nach ersten Erkenntnissen zu nah am Gleis auf und wurde vom Zug erfasst. Alarmierte Bundespolizisten leiteten Rettungsmaßnahmen ein. Schwer verletzt wurde der junge Mann ins Krankenhaus verbracht. Die Ermittlungen dauern noch an.

In den anderen Karnevalshochburgen in Nordrhein-Westfalen verlief der Auftakt der Saison nach ersten Erkenntnissen ohne größere Zwischenfälle. In Düsseldorf und Bonn meldete die Polizei am frühen Morgen keine besonderen Vorkommnisse. In Düsseldorf hatten etwa 3000 Menschen den Sessions-Auftakt auf dem Marktplatz gefeiert. 

Im niederrheinischen Kaarst war das Hoppeditzerwachen dagegen wegen steigender Inzidenzzahlen in der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt worden. „Trotz 2G gibt es beim Schunkeln und Singen keine Garantien“, teilte Bürgermeisterin Ursula Baum (FDP) am Donnerstag mit. Auch Geimpfte oder Genesene könnten sich infizieren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tausende kommen zum Karnevalsauftakt am 11.11. im Zülpicher Viertel in Köln

(top/dpa)