Düsseldorf: Ein turbulentes fest auf Geheiß der Saubande

Diese Narren hatte einen Sauspaß : Ein turbulentes fest auf Geheiß der Saubande

DJ Fitsos sorgte für fetzige Musik, die Narren tanzten nach Herzenslust. Die Saubande hatte ganze Arbeit geleistet.

Eigentlich sollte die Karnevalsparty im Event-Bahnhof Gerresheim ein einmaliges Erlebnis sein, denn der Förderkreis, der den Veedelszoch im östlichen Düsseldorfer Stadtteil organisiert, wird 2020 44 Jahre alt und hat nach der jecken Jubiläumsrechnung allen Grund, 4x11 Jahre zu feiern. Und wie sie feierte, die Saubande. 400 Karnevalsfans verwandelten unter den Klängen von DJ Fitsos den Bahnhof in eine „Mallorca-Schinkenstraße-verdächtige“, aber entspannt-friedliche und freundliche Partyzone für alle Altersklassen.

So konnte ein zwei Meter großer Björn Borg wegen der immer gut gefüllten Tanzfläche kein Ass verwandeln, dafür aber mit Piraten schunkeln, während Pantomimen ihre Contenance verloren und wild drauflosquatschten. Das alles beobachtete eine ihre Hüften schwingende „Queen“, die von „Miss Liberty“ gegrüßt wurde. Die Kostümdichte betrug stolze 99 Prozent, wobei sich nur die wenigsten Verkleidungen wiederholten. „Einen Trend, welche Verkleidung in diesem Jahr total angesagt ist, kann ich nicht ausmachen“, erläutert Saubande-Vorstandsmitglied Anke Schmich. „Das Einzige, was mir aufgefallen ist, dass die Frauen wieder mehr Freude an Farbe haben, im Kostüm und im Gesicht. Das ist sehr süß. Auf unsere Jubiläumsparty ist beispielsweise eine Gruppe von Schmetterlingen eingeflogen, die ein entsprechendes Make-up tragen.“

Irgendwann war es sowieso egal, ob das Make-up noch saß, ob die Perücke noch hielt und das 3-Wetter-Taft noch wirkte, alle waren in allerbester Karnevalsparty-Stimmung. Wohl auch, weil der Saubande-Vorstand in rosa Overalls einen „Schweine-Tango“ allererster Güte aufs Parkett legte. Das war so überzeugend, das die Gerresheimer Bürgerwehr sofort den „Auftragsblock“ zückte. „Für vier Mal üben, hat es grandios geklappt. Wir führen den Tango jetzt noch zweimal auf. Einmal beim Biwak der Bürgerwehr und einmal bei der After-Veedelszoch-Party auf dem Alter Markt“, verrät Saubande-Vorsitzender Stefan Pitzer. Nicht nur er, alle waren mit der Jubiläumsparty glücklich. „Ich habe jetzt vier Stunden am Stück getanzt. Es ist mal Zeit für eine Pause“, meinte Lena Korff. „Die wird aber nicht lange dauern. Es ist so eine tolle Party.“

Solche und ähnliche Aussagen zauberten Pitzer immer wieder ein breites Lächeln ins Gesicht. „Als wir mit den Planungen angefangen haben, dachten wir, wir können vielleicht 200, maximal 250 Karten an den Mann oder die Frau bringen. Dann kamen wir nicht mal mehr dazu, Werbeplakate aufzuhängen, so schnell waren alle Karten weg“, gesteht Pitzer.

Das wundert einen eigentlich nicht, denn die Saubande hat bewiesen, dass sie organisieren kann. „Wie die Saubande den Veedelszoch zur heutigen Größe gebracht hat, ist einfach toll. Aus einem Stammtisch hat sich eine echte Größe im Gerresheimer Brauchtum entwickelt, davor habe ich großen Respekt“, erklärt der Präsident der Gerresheimer Bürgerwehr Stephan Friedel. Er und viele Bürgerwehrhafte wollten sich die Party auch nicht entgehen lassen. „Insgesamt sind 400 Leute hier“, schwärmte Pitzer. „Meine Erwartungen sind weit übertroffen worden, ich bin glücklich. Und die Stimmung ist einfach gigantisch.“ Er ist so glücklich, dass er eine Wiederholung der Party nicht ausschließt. „Ich weiß, dass es schwierig ist, im Karneval neue Veranstaltungen zu etablieren, aber der Erfolg ist überwältigend.“ Und: „Wir müssen jetzt erst mal den Kassensturz machen, mit allen Partnern sprechen. Dann entscheiden wir, ob wir im nächsten Jahr noch mal eine Karnevalsparty organisieren.“ Die Meinung des Narrenvolks jedenfalls ist eindeutig. Die meisten verabschiedeten sich mit einem „bis zum nächsten Jahr“.