Von Fanatiker bis Verweigerer: Diese Typen gibt es im Karneval immer

Von Fanatiker bis Verweigerer : Diese Typen gibt es im Karneval immer

Wer öfters Karneval feiert, kennt die Typen: den Grapscher, der nur die Kamelle will. Den Unverkleideten, der mit "Was mach ich hier eigentlich?"-Gesichtsausdruck am Straßenrand steht. Oder den Fanatiker, bei dem die Bläck Fööss ganzjährig laufen. Eine Typologie.

Unter den Karnevalisten gibt's solche und solche. Hier eine Orientierungshilfe für die tollen Tage:

Der Fünf-Tage-Clown

Fünf Tage jeck: Clown ist ein zeitlos angesagtes Kostüm. Foto: dpa, csa soe

Immer wieder kann man erleben, wie gerade die gehemmtesten und humorlosesten Typen an Karneval völlig aus der Rolle fallen. Ihr Motto: Heute feiern, morgen wieder in der Reihe tanzen. Die kalendarisch vorgeschriebene Witzischkeit hält exakt fünf Tage an.

Der Sitzungsfetischist:

Karnevalssitzung in der Birthener Schützenhalle am Niederrhein. Foto: Ostermann

Wenn er eine Überzeugung hat, dann die, dass Karneval ohne Mützenzwang Anarchie ist. Deshalb achtet er nicht nur bei sich selbst auf die peinliche Einhaltung der Kleidungsvorschriften, er hat auch auf andere Vereinsmitglieder ein wachsames Auge.

Der Verweigerer:

Lässt sich nicht mitreißen: Karnevalsmuffel bleibt Karnevalsmuffel. Foto: Endermann, Andreas

Er lebt zwar in Köln, Mainz oder Düsseldorf, erweist sich aber als nicht karnevalisierbar und flieht spätestens an Weiberfastnacht in die Eifel. Sein Karnevalsmotto: "Der Trick ist, dass man verschwindet, bis wieder Aschermittwoch ist."

Der Unverkleidete:

Mäßig begeistert am Zugweg: Ohne Kostüm macht's nur halb so viel Spaß. Foto: Cenk Cigdem

Anders als der Verweigerer nimmt er zwar am Karneval teil, signalisiert aber die ganze Zeit über, wie ätzend er es findet. Beim Rosenmontagszug erkennt man ihn daran, dass er unverkleidet mit "Was mach ich hier eigentlich?"-Gesichtsausdruck am Straßenrand steht und sich selbst dann nicht bückt, wenn eine Schokoladentafel direkt vor ihm landet.

Der Grapscher:

Er will nicht aufdrehen, sondern abräumen. Spannt dazu Schirme auf (erweiterte Fangfläche) und tritt dem Nachwuchs notfalls auf die Finger. Wenn der Rosenmontagszug zu Ende ist, hat er so viel Süßkram eingesammelt, dass er ihn kaum noch nach Hause schleppen kann. Dort wandert die Beute nach ein paar Wochen in den Müll.

Der Fanatiker:

Jeck bis in die spitzen: Einige halten die kompletten Tage durch und stehen jeden Abend in der Kneipe. Foto: rpo

Karneval als Ersatzreligion - das gibt's durchaus. Klassische Biografie: Vater Sitzungspräsident, Mutter Karnevalsprinzessin, die Bläck Fööss liefen ganzjährig. Schlimmster Moment im Leben: Der Karnevalsfreitag, als ihm die Nasennebenhöhlen aufgestochen wurden und er sich den Rosenmontagszug im Fernsehen anschauen musste.

Der Normalo-Jeck: Gefühlte 90 Prozent der Rheinländer sind bekennende Pappnasen. Sie feiern mit - sind aber auch froh, wenn die Schnapsleichen wieder abgeräumt werden.

Einfach in der Kneipe stehen, singen und anstoßen: Der Normalo-Jeck ist der am weitesten verbreitete Typ. Foto: dpa

Wetter, Umzüge, Prinzenpaare - Alles zur Karnevalssaison 2017 finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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(siev/lnw)
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