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Corona und Karneval in NRW: Sitzungen sind abgesagt – Reaktionen der Vereine

Städte sagen Veranstaltungen ab : Virus schlägt Karneval

Wegen der steigenden Infektionszahlen haben Düsseldorf und Mönchengladbach erste Veranstaltungen abgesagt. Vielerorts geht die Session erst im Januar wieder los – dort wollen die Karnevalisten abwarten.

Die Infektionszahlen steigen, die Hoffnung auf eine unbeschwerte Session schwindet. Nach der öffentlichen Kritik am Auftakt in Köln am 11.11. ziehen die Karnevalisten in NRW Konsequenzen aus der anrollenden Corona-Welle. Erst haben die Düsseldorfer Narren bereits am Sonntag ihre Prinzenpaarkürung verschoben, am Montag taten es ihnen die Mönchengladbacher gleich. In vielen Städten stehen die nächsten großen Veranstaltungen im Januar an.

In Mönchengladbach und Düsseldorf fiel die Entscheidung jeweils wenige Tage vor der geplanten Proklamation. „Wir haben das schweren Herzens, aber voller Überzeugung“ gemacht, sagte Gert Kartheuser, Chef des Mönchengladbacher Karnvelsverbands (MKV). Die Gesundheit stehe über allem. Derzeit anvisierter neuer Termin ist der 5. Januar – sofern es die Lage zulässt. Alle weiteren Veranstaltungen für dieses Jahr hat der MKV ebenfalls abgesagt. Ähnlich ist es in Düsseldorf. Am Sonntag hat das Comitee Düsseldorfer Karneval (CC) die Prinzenpaarkürung ebenso auf Anfang Januar verschoben. Die 70 Vereine in der Landeshauptstadt sollen komplett auf Saalveranstaltungen verzichten.

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In der Zwickmühle sieht sich in Dormagen der Organisator der beliebten Veranstaltung „Dormagen feiert kölsch“, die am kommenden Samstag stattfinden soll. Dort treten unter anderem die Höhner, Cat Ballou, Bernd Stelter und Kasalla auf. Veranstalter Karl Koch hat bereits 2200 Karten verkauft. Er sagt aber: „Ich fühle mich in meiner Rolle absolut nicht wohl und habe für jeden Verständnis, der am Samstag auf einen Besuch verzichtet.“ Er wisse schon von Gästen mit gebuchten Karten, die aufgrund  der verschärften Corona-Lage nicht kommen würden. Koch hofft, dass die Stadt die Veranstaltung untersagt. Eine eigene Absage funktioniere aus finanziellen Gründen nicht, denn es gebe schließlich Verträge. „Diese Kosten könnten wir dann nicht stemmen.“

In vielen Städten wollen sich die Vereine lieber noch nicht festlegen – mit dem Argument, dass die nächsten Veranstaltungen erst für Anfang Januar geplant sind. „In den nächsten sechs Wochen gibt es praktisch keine Großveranstaltungen in Köln“, sagte Michael Kramp vom Vorstand des Festkomitees Kölner Karneval. Kramp hält es ohnehin nicht für klug, öffentliche Veranstaltungen ganz abzusagen. „Wenn Sie das machen, treffen sich privat 50 Menschen in einem Keller und niemand kontrolliert die Impfnachweise“, sagte Kramp. Kontrollierte und organisierte Veranstaltungen seien deshalb besser. Sollten sich die Regeln aber ändern, seien die Kölner Karnevalisten auch bereit, ihre Pläne zu überdenken.

„Wir warten erst einmal ab, wie die Entwicklung bis dahin ist“, sagte auch Christian Cosman, Präsident der Prinzengarde, dem größten Karnevalsverein in Krefeld. „Zur Not verschärfen wir unsere Zugangsregeln von 2G auf 2G-plus“. Dann bekämen nur Genesene oder Geimpfte mit einem aktuellen Test Zugang. Abwarten will man auch in Hilden. „Die Prinzenkürung mit Hoppeditzerwachen am Wochenende hat mit der 2G-Regel und den Kontrollen wunderbar geklappt“, sagt Philipp Jüntgen, Sprecher des Carneval Comitees Hilden. Für die nächsten Events, die in Hilden erst Mitte Januar anstehen, müsse man die Regeln abwarten.

In Solingen haben die Karnevalisten für dieses Jahr noch zwei  Veranstaltungen mit jeweils 200 Gästen geplant. „Die werden wir unter dem 2G-Prinzip durchführen und natürlich scharf kontrollieren“, sagt Axel Hawranke, Vorsitzender des Festausschusses Solinger Karneval. „Wenn natürlich ein Verbot von der Politik kommen sollte, müssen wir absagen."

(tobi, vima, dr, c-st, vo, schum)