1. NRW

Düsseldorf: Kampagne gegen Jagdgesetz

Düsseldorf : Kampagne gegen Jagdgesetz

Die Gothaer Versicherungsbank hat Jäger zu Spenden aufgerufen, mit denen eine Kampagne gegen eine Novellierung des Landesjagdgesetzes finanziert werden soll. Der Brief, der datiert ist vom 12. April und einen offiziellen Briefkopf der Gothaer Versicherungsbank trägt, ist unterschrieben von Werner Görg, dem Vorstandsvorsitzenden der Gothaer Versicherungsbank, und Jochen Borchert, Vorsitzender der Jägerstiftung und Präsident des Landesjagdverbandes NRW. Mit dem neuen Landesjagdgesetz wollte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) die Jagd stärker an den Zielen des Naturschutzes ausrichten und die Jagd auf bestimmte Arten einschränken. Momentan liegt das Gesetz wegen der bevorstehenden Landtagswahl jedoch auf Eis. Erst nach der Wahl werde das Projekt vermutlich wieder aufgegriffen, verlautete aus dem Ministerium.

Der Naturschutzverband Nabu, der gemeinsam mit dem Landesjagdverband in dem ministeriellen Arbeitskreis "Naturschutz und Jagd" sitzt, reagierte mit Empörung auf das Schreiben von Görg und Borchert. "Das ist ein Skandal", sagte Josef Tumbrinck, NRW-Vorsitzender des Naturschutzverbandes Nabu. "Ich habe noch nie erlebt, dass sich ein großer Versicherungskonzern in einen Landtagswahlkampf einmischt." Das von Johannes Remmel (Grüne) geführte Umweltministerium, das die umstrittene Novellierung des Jagdgesetzes betreibt, wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

In dem Brief heißt es unter anderem: "Ein neues Jagdgesetz kann das Aus für die Jagd, so wie wir sie verstehen, bedeuten. (...) So soll die Niederwildjagd komplett verboten werden."

Borchert und Görg wiesen Vorwürfe, sich in den aktuellen Wahlkampf einmischen zu wollen, zurück. Die Entscheidung für die Kampagne sei schon gefallen, als die Neuwahlen noch nicht absehbar gewesen seien.

(RP)