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Düsseldorf: Jeder zehnte "Reichsbürger" lebt in NRW

Düsseldorf : Jeder zehnte "Reichsbürger" lebt in NRW

Die Zahl der sogenannten Reichsbürger hat sich in Nordrhein-Westfalen sprunghaft erhöht. Inzwischen rechnet das NRW-Innenministerium etwa 1000 Personen der Szene zu - Tendenz steigend. Bundesweit sind es laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz rund 10.000. "Wir beobachten die ,Reichsbürger' mit wachsender Sorge. Sie als Verrückte zu verharmlosen, wäre falsch", sagte ein Ministeriumssprecher in Düsseldorf. Noch im vergangenen Oktober hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Zahl auf bis zu 300 beziffert.

Bei den bundesweiten Razzien gegen Rechtsextremisten haben die Ermittler Waffen, Munition und Sprengmittel gefunden. Das teilte die Bundesanwaltschaft mit. "Um was für eine Art Sprengstoff es sich handelt, können wir noch nicht sagen", sagte die Sprecherin der Behörde. Ob es Bezüge der Gruppe zu der Bewegung der "Reichsbürger" gibt, wird noch geprüft. Dies müssten die weiteren Ermittlungen zeigen. "Eine gewisse ideologische Nähe ist zweifelsohne zu erkennen", so die Sprecherin. Die Behörde ließ zwei Verdächtige vorläufig festnehmen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen sechs Verdächtige im Alter zwischen 35 und 66 Jahren wegen Bildung einer rechten Terrorvereinigung. Ein weiterer Mann soll sie unterstützt haben.

Die Verdächtigen sollen vorwiegend über soziale Medien miteinander vernetzt gewesen sein und seit Frühjahr 2016 Angriffe geplant haben. Sicherheitskreise bestätigten Medienberichte, wonach der Hauptverdächtige sich als "keltischen Druiden" bezeichnet.

"Reichsbürger" lehnen das Grundgesetz und die Bundesrepublik ab und kommen deshalb immer wieder in Konflikt mit den Behörden.

(dpa)