Düren: Jede zehnte Gastherme veraltet

Düren: Jede zehnte Gastherme veraltet

Von Kohlenmonoxid geht tödliche Gefahr aus, die Ursachen sind vielfältig.

Nach dem Tod eines 14 Jahre alten Jungen in Mülheim an der Ruhr hat die Polizei gestern weiter untersucht, ob der Junge an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung durch eine defekte Gastherme starb. Das sagte eine Sprecherin. Messgeräte hatten in der Wohnung Kohlenmonoxid (CO) angezeigt. Zwei Helfer und vier weitere Anwohner wurden mit Vergiftungswerten ins Krankenhaus gebracht.

Entstehen kann CO durch einen verschmutzten oder überlasteten Brenner der Gastherme oder durch eine unzureichende Versorgung mit Verbrennungsluft, sagt Achim Wirth, Abteilung Technik des Landesfachverbands des Schornsteinfegerhandwerks NRW. "Durch den nachträglichen Einbau etwa von dichten Fenstern oder Türen kann die sichere Versorgung mit Verbrennungsluft so nachteilig verändert werden, dass CO entsteht." Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos und beim Einatmen potenziell tödlich. Deshalb wird die Sicherheit der Heizanlagen regelmäßig von Schornsteinfegern kontrolliert. Dabei würde laut Wirth der Anteil an Kohlenmonoxid (CO) gemessen und der sichere Abzug der Abgase überprüft. Ebenso könne durch im Schornstein nistende Dohlen der freie Abzug verhindert werden. Zum Schutz davor gebe es Dohlenschutzgitter, die an der Schornsteinmündung angebracht würden.

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CO-Warnmelder sind für Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor Haus und Grund Rheinland, ein wichtiges Hilfsmittel, um solchen Unfällen vorzubeugen. "Von einer CO-Melderpflicht sind wir aber noch weit entfernt." Dabei halte er diese für genauso relevant wie Rauchmelder. CO-Warnmelder sollten, ebenso wie Rauchwarnmelder, in regelmäßigen Abständen auf ihre Funktion überprüft werden. Sie können in fast allen Baumärkten gekauft werden. Amaya rechnet zudem damit, dass eine Tauschpflicht für Heizanlagen, die älter als 25 Jahre sind, kommen könnte, um den Anforderungen des Klimaschutzes zu genügen. Hiervon wären laut einer Erhebung des Bundesverbands der Schornsteinfeger aus dem Jahr 2016 etwa zehn Prozent der untersuchten Anlagen betroffen.

(cha)