Industrieclub zeichnet US-Altersforscher aus

Industrieclub zeichnet US-Altersforscher aus

Der US-amerikanische Professor George M. Martin gilt als Urvater der molekularen Altersforschung. Seit 50 Jahren beschäftigt sich der inzwischen 84-jährige Wissenschaftler mit der Frage, warum Menschen altern, welche Zellen dafür verantwortlich sind und vor allem damit, wie Menschen möglichst lange gesund leben und in Würde altern können. Für seine herausragende wissenschaftliche Leistung wurde er gestern Abend vom Industrieclub Düsseldorf mit der "Seneca-Medaille für Altersforschung" ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 20 000 Euro dotiert.

"Dass Alterungsprozesse auf eine Funktion beziehunsgweise Fehlfunktion einzelner Gene zurückgeführt werden können", sei eine besondere wissenschaftliche Leistung im Bereich der Alzheimer-Forschung, sagte Laudator Professor Fritz Boege. Er ist der Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik am Uni-Klinikum. Preisträger Martin gründete bereits 1986 an der Universität von Washington ein Zentrum für die Erforschung von Alzheimer, das er bis zu seiner Emeritierung 2003 leitete. Ein von ihm entwickeltes Modell wird bis heute eingesetzt, um pharmakologische Substanzen und Konzepte auszuprobieren, mit denen der Ausbruch der Alzheimer- Demenz verzögert oder verhindert werden kann.

Mit dem US-Amerikaner wurde erneut und zum insgesamt nun vierten Mal ein ausländischer Wissenschaftler für seinen Beitrag zur Altersforschung und insbesondere auch zur Erforschung von Alzheimer mit der Seneca-Medaille ausgezeichnet. "Die Leuchttürme auf diesem Gebiet befinden sich noch im Ausland", sagte Joachim F. Scheele, Vorstandsvorsitzender des Düsseldorfer Industrieclubs. Doch auch die deutsche Forschung hole inzwischen deutlich auf und habe bereits bedeutende Wissenschaftler und interessante Ansätze hervorgebracht.

(RP)
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