Düsseldorf: Immer mehr Senioren kriminell

Düsseldorf: Immer mehr Senioren kriminell

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) legt polizeiliche Kriminalstatistik 2013 vor.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der über 60-jährigen Tatverdächtigen in NRW um 8,9 Prozent angestiegen – im vergangenen Jahr wurden 31 196 kriminelle Senioren ermittelt. Das geht aus der Kriminalstatistik für 2013 hervor, die NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) gestern vorgestellt hat. Die Zahl der Senioren, die Opfer von Straftaten wurden, stieg seit 2004 sogar um 31 Prozent an. Ursache für den Trend ist offenbar der demografische Wandel.

Die Gesamtzahl aller Straftaten in NRW ging um 2,2 Prozent auf 1,48 Millionen Fälle zurück. Fast jede zweite gemeldete Straftat konnte aufgeklärt werden. "Das ist ein Wert, der uns nicht zufriedenstellt", räumte Jäger ein. Während die Kinder- und Jugendkriminalität und die Zahl der Gewalttaten erneut zurückgingen, stellt die hohe Zahl von Wohnungseinbrüchen die Polizei weiterhin vor enorme Probleme. Die Fahnder verzeichneten einen Zuwachs von 1,5 Prozent. Die Beamten könnten mit dem wachsenden Fallaufkommen nicht Schritt halten, sagte Arnold Plickert, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in NRW. Unter den 5284 Wohnungseinbrechern waren 2030 ausländische Tatverdächtige. Dies sei die höchste Zahl seit 30 Jahren, sagte Jäger. Die ausländischen Kriminellen kamen überwiegend aus Rumänien und Bulgarien.

Sorge bereitet den Ermittlern auch der Anstieg der Computer-Kriminalität. Bei der Kinderpornografie stieg die Fallzahl um fast 15 Prozent auf 1578 an. Wegen der fehlenden Vorratsdatenspeicherung sei Deutschland möglicherweise zu einem Rückzugsraum für die Täter geworden, hieß es. Dem Cybercrime-Kompetenzzentrum des Landeskriminalamts gelang 2013 ein spektakulärer Schlag. Dabei wurde ein Junge in den USA aus den Händen eines Peinigers befreit.

CDU-Innenexperte Theo Kruse nannte die Statistik einen "Bericht des Versagens". Wilfried Albishausen, Chef des Bund der Kriminalbeamten in NRW, sagte, es fehlten 2000 gut ausgebildete Nachwuchsermittler. Im Kampf gegen die Internet-Kriminalität dürfe die Polizei nicht den Anschluss verpassen.

(RP)
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